Mittwoch, 7. Juni 2017

Wildes Mädchen an wildem Mädchen

Heute ist zwar Mittwoch, und ich werde sicher auch zwecks Inspiration mal beim MMM vorbeischauen. Zu zeigen habe ich gerade nichts Spannendes. Ich trage mein "Frauenoberteil", und das war ja erst kürzlich hier zu sehen.

Dafür gibts neue Kleider am Kind. Die Sommergarderobe muss dringend aufgefüllt werden. Genau der richtige Antrieb, um weiteren "Urlaubsstoff" zu vernähen. Neben Stoff und Stil in Lübeck gehörte natürlich auch das süße nellirabelli-Lädchen in Oldenburg/Holstein wieder zum Pflichtprogramm. Und ebenso natürlich lassen meine Mädels es sich nicht nehmen, dort etwas für sich auszusuchen, was Mama dann pflichtgemäß in die gewünschten Kleidungsstücke zu verwandeln hat. :-)

Das große Mädchen wählte einen sehr süßen Lillestoff mit interessantem Musterrapport - auf der Stoffbreite findet man einmal das Motiv in groß, z. B. für eine Shirtfront, der Rest ist mit einem kleineren Muster bedruckt. Das heißt, bei der Wahl der Stoffmenge ist man ziemlich eingeschränkt, da man ja nicht ins nächste große Motiv schneiden will. Wir kamen auf eine Menge irgendwo zwischen 60 und 70cm.

Als ich den Stoff sah, schwebte mir sofort eine Ballontunika vor, womit die junge Dame auch gleich einverstanden war. Ebenfalls klar war, dass es ein Raglanschnitt werden müsste, um aus der vorhandenen Länge möglichst viel rauszuholen. Wozu greift man da? Zum Raglankleid von klimperklein, wozu sonst? Die Ballonform lässt sich ja leicht improvisieren.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Da ist die Ballontunika (in 134) aus den Lillestoff Manga Girls am lebenden Modell. Ein äußerst lebendiges Modell dieses Mal. Frisur und Trampolin waren Mathildas eigene Idee, und ne ziemlich gute dazu. Wenn sie eines Tages anfängt, zu nähen, bloggen und fotografieren, steckt sie mich ruckzuck in die Tasche. :-)


Ein süß-freches Motiv auf schlichtem Grau mit kleinen Farbakzenten in Türkis und Senfgelb. Passt perfekt zu meinem süß-frechen Mädel. :-)
Um noch etwas mehr Farbe ins Spiel zu bringen, habe ich das Türkis mit dem Ärmelstoff und den Bündchen noch einmal aufgenommen (gefunden im hiesigen Nähstübchen).


Weils so schön ist, gibts heute ein paar mehr Bilder. Die fliegenden Haare sind einfach zu lustig!


Schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen ...


I believe I can fly ...


 Jump, jump, jump ...


Und einmal rundherum für eine Ansicht des Rückenmotivs. Da sind die Manga Girls noch einmal kleiner. Niedlich, und definitiv zu schade, um sie für kleinere Schnittteile wie kurze Ärmel zu zerschneiden. Deswegen hatten wir am Ende noch ein Stück übrig, aus dem die Front für ein weiteres Shirt wurde. Das gibts dann demnächst mal zu sehen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Frisch erblüht - Probenähen und Verlosung

Heute habe ich die besondere Freude, euch das perfekte eBook zum Rosenmonat Juni vorzustellen - eine Rose zum Selbernähen!


Ich durfte für Prachtkinder ihren Blütengürtel Leilani probenähen. "Leilani" ist hawaiianisch und heißt "himmlische Blüte". Das passt auch sehr schön zur heimischen Rosenblüte. Ich finds immer wieder himmlisch, wenn sich überall die Knospen öffnen und alles blüht und duftet. Mit Leilani erblühen nun auch Kleider, Hüte, Köpfe, Taschen, ja sogar Kühlschränke ...

All die kreativen Verwendungen, die die Probenäherinnen für die Rose gefunden haben, kann man heute auf dem Prachtkinder-Blog bewundern. Es gibt kaum ein Fleckchen, das man nicht noch mit einer Blüte aufhübschen könnte. Das Schnittmuster enthält drei verschiedene Größen, so dass sich das passende Blümchen findet, ob es nun ein dezenter Akzent oder ein dramatisch blumiger Auftritt werden soll. Mit dabei ist natürlich die Anleitung für den Gürtel und ein Haarband nebst weiteren Anregungen für rosige Dekorationen.

Ich habe zunächst mal meine beiden Mädels mit Leilani dekoriert. Deswegen habe ich mich für die kleine Schnittvariante entschieden, die zu eher kleinen Damen dann doch am besten passt. Ein Gürtel und zwei Haarbänder blühen bei uns bisher, und es gibt schon weitere Bestellungen. Schaut es euch am besten selber an:


Den dezenten Druck durchs Probenähen habe ich genutzt, um etwas "Urlaubsstoff" endlich zu vernähen. So gabs zum Gürtel gleich das passende Kleid dazu. Ich bin wieder einmal bei der "Hannah" von Farbenmix gelandet, die Tunika einfach auf Kleiderlänge gebracht. Die ist immer wieder schön, so vielseitig, passt ewig - perfekt für ein Lieblingsteil. Eigentlich nähe ich für Mathilda jetzt "schon" in 134. Allerdings nicht bei Hannah. Die fällt so weit aus, dass auch 110/116 noch locker passen würde. Genäht habe ich für ausreichend Zuwachsreserve die 122/128. Der romantische Gürtel hält die reichliche Weite ja hübsch im Zaum.
 

Je nachdem, wo man ihn trägt, ergeben sich ganz unterschiedliche Looks. Für die Fotos haben wir das Outfit mit Unterbrustgürtel nostalgisch auf Empire-Linie gebracht.


 Mein kleines "Model" hatte wieder viel Spaß an seinem Job, wie man sieht. :-)


Hier trägt Mathilda den Gürtel in der Taille, was auch der Nachbarkater recht interessant zu finden scheint. :-) So brav und ladylike kommt das Outfit im Alltag allerdings selten daher. Meistens hängt der Gürtel im Eifer des Gefechts dann lässig auf der Hüfte und das Oberteil fällt locker. Macht gar nichts, dann haben wir eben mit nur einem Kleid und Gürtel noch eine dritte Stylingmöglichkeit - leger und modern sieht das Ganze nämlich ebenfalls gut aus. Ob das jetzt am Gürtel liegt oder am gut gelungenen Kind ... ;-)

Die Stoffe stammen von Stoff und Stil in Lübeck. (Ich bin ja sehr dafür, dass die in Dresden eine Filiale eröffnen. Urlaub ist schließlich nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, und bestellen ist nun mal nicht das selbe. :-) ) Mein Kind hat sie selbst ausgesucht und damit wieder guten Geschmack bewiesen, finde ich. Aber ich bin, was die Beurteilung dieses Sachverhalts angeht, wohl befangen. :-)

Neben dem Komplettoutfit entstanden noch Haarbänder für die Damen. Dafür bieten sich lange schmale Stücke aus der Restekiste an, die für Kleidung nicht mehr reichen würden. Man kann, wie man sieht, für die beiden Seiten der Blütengrundform auch unterschiedliche Stoffe wählen und erhält dadurch einen interessanten zweifarbigen Effekt:




Ein traumhaftes Teil für junge Damen. Aus dem Kindergarten gab es direkt weitere Bestellungen von der Freundin. :-) Ich habe die Haarbänder auch schon waschen müssen, was die Blüte problemlos überstanden hat. Die Kindertauglichkeit ist also bewiesen und die Handarbeit nicht umsonst. Dass man für die Leilani zu Nadel und Faden greifen muss, ist generell nicht von Nachteil. Hat man sich die Grundform, oder am besten mehrere, schnell mit der Nähmaschine zusammengetackert, kann man mit der Feinarbeit gut einen Nachmittag in der Musikschule zubringen, während man auf flötende und tanzende Kinder wartet.

Fazit: Es war ein tolles Probenähen und ich kann das eBook absolut ehrlichen Herzens empfehlen. Große und kleine Damen mit einem Faible für Rosenromantik werden damit auf alle Fälle glücklich. Kompliziert ist das Ganze nicht, also sind Erfolgserlebnisse vorprogrammiert.

Wer jetzt Lust bekommen hat, dem Rosenmonat auch handarbeitstechnisch zu huldigen, kann das eBook im Prachtkinder-Lädchen (momentan sogar zum reduzierten Einführungspreis) erwerben ...

... oder erstmal hier bei Himmelblau und Sommerbunt sein Glück versuchen. Ich darf ein eBook verlosen und tue das natürlich mit Vergnügen! Wer bis zum Dienstag, dem 6. Juni um Mitternacht hier kommentiert, was er gern mit Leilani erblühen lassen würde, landet im Lostopf. Viel Glück!

Mittwoch, 31. Mai 2017

MMM: Marly die Xte

Heute zum etwas trüben Mittwoch gibt es sonnige Bilder vom Sonntag. Denn da habe ich eine meiner Marlys getragen, die es noch nicht in die Dokumentation geschafft hat. Und ein Fotograf war auch zur Hand. Ich probiere jetzt 'nen neuen Trick aus bei der Knipserei (jedenfalls, wenn das Wetter es zulässt): Einfach laufen und dabei viele Bilder schießen lassen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass etwas dabei ist, wo ich möglichst wenig blöd gucke, mich nicht allzu komisch bewege und das Kleidungsstück einigermaßen vorteilhaft aussieht. :-) So gehts doch:


I'm walking ...


Die Marly diente wieder nur als Grundschnitt und wurde nach Bedarf abgewandelt. Den wunderschönen, blau-weiß gemusterten Lillestoff, der mich irgendwie an altes Porzellan erinnert, wollte ich durch einfarbige Details etwas "beruhigen". Also habe ich aus dem passendsten Jersey, den ich finden konnte, Ausschnitt- und Ärmelbündchen und ein Unterbrustband zugeschnitten. Dem Rockteil habe ich eine A-Linie verpasst und die Abnäher nicht genäht, sondern nur als Falten gelegt. Das Ergebnis ist ein hübsches, aber auch sehr bequemes Sommerkleid, das gern ausgeführt wird. Liegt neben dem Look auch am Stoff, der ganz herrlich weich ist und trotzdem kaum ausbeult. Gekauft hatte ich ihn schon im vorletzten Urlaub bei nellirabelli in Oldenburg/Holstein, und zwar den Rest vom Ballen. Vor dem letzten Urlaub wollte ich mir dann genau dieses Kleid draus nähen, um es noch mitzunehmen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Blümchen beim besten Willen, egal, wie man alles dreht, nicht für die Ärmel reichen würden. Ärmellos wäre eine Option gewesen. Aber wie es so ist, wenn man sich einmal was in den Kopf gesetzt hat ... Ich habs erstmal frustriert zur Seite gelegt. Dann kam der Urlaub und damit der obligatorische Besuch im Stofflädchen - und dort wartete tatsächlich noch ein 50cm-Röllchen von genau dem Jersey auf mich. Perfekt, Kleid gerettet. Und hier isses nun.

Ich schicke es jetzt zum MMM und bin schon gespannt, in welchen selbst gezauberten Sachen die anderen Nähdamen den alltäglichen Mittwoch feiern. :-)

Mittwoch, 24. Mai 2017

MMM: V-Tunika

Mittwoch! Also muss ein Post mit Selbstgenähtem für mich her. Die schon erwähnte V-Tunika zu zeigen steht ja sowieso noch aus. Und ich hab doch tatsächlich schon gestern dran gedacht, dass auf Dienstag Mittwoch folgt und mich am Abend vorsorglich ablichten lassen. Fotografin war Kind 2. Sie macht das gar nicht schlecht und hat auch Lust dazu. Ich glaube, ich muss ihr mal ein bisschen "Unterricht" in Sachen Kamerabenutzung geben, dann könnte das richtig gut werden. Einstweilen arbeitet Freund GIMP am Ende noch etwas mit, um die Fotos weitestmöglich zu perfektionieren. :-)


Und hier ist nun das gute Stück, ganz authentisch nach einem langen Tag zu Hause, auf dem Rad und im Garten. Unspektakulär schlicht und bequem macht es alles mit und passt mit den Dreiviertelärmeln für warme und auch kühlere Tage.
Grundlage war der V-Shirt-Schnitt aus dem schon vorgestellten Buch "Nähen macht glücklich" mit ähnlichem Größenpatchwork wie beim Frauenoberteil. Das Rockteil habe ich mit meiner geliebten "Marly" als Vergleichsmuster dranimprovisiert. Passt genau, auch wenn es auf dem Foto ein bisschen komisch auf der Hüfte hängt. Man kennt das ja, irgendwas ist immer nicht richtig zurechtgezupft, was man natürlich erst bemerkt, wenn man die Fotos in Ruhe auf dem Computer betrachtet und es draußen inzwischen dunkel ist. Egal, Authentizität zählt. ;-)

Der Jersey mit den stilisierten Blüten stammt von Buttinette. Er ist fein glatt und eher dünn. An der Qualität gibts nichts zu meckern. Die Tunika wurde jetzt schon mehrfach gewaschen und Form und Farbe bleiben, wie sie sein sollen. Um bei dem glatten Schnitt einen gewissen "Nachthemdlook" zu vermeiden, habe ich eine einfache kleine Applikation auf den Rock genäht. Mehr brauchts nicht für ein praktisch schönes Alltagsstück. Davon will ich mehr - in Variationen natürlich, sonst wirds ja langweilig. :-)

Das Ganze geht jetzt schnell zum MMM und ich freue mich schon auf die anderen Damen in selbstgemachten Lieblingsstücken.

Mittwoch, 17. Mai 2017

MMM: Das Frauenoberteil

Ja, wirklich, anders kann man das eigentlich nicht nennen. Mein neuestes selbstgenähtes Stück ist weder Bluse noch Shirt, oder eigentlich beides. Also der Einfachheit halber eben ein Oberteil. Und ich bin offensichtlich eine Frau, aber das ist nicht der einzige Grund für den Namen. Es sind nämlich auch Frauen drauf, ziemlich viele sogar. Man muss halt ein bisschen genauer hinschauen:


Gerade das hat mir an dem Stoff (Viskosewebware) gefallen, dieses irgendwie künstlerisch-weibliche Motiv für den zweiten Blick. Und mein Farbspektrum trifft er auch. Deswegen bin ich auf dem letzten Stoffmarkt extra noch einmal zur ersten Reihe zurückgegangen, um ihn dann doch mitzunehmen. Zumal er perfekt mit dem feinen, glatten unifarbenen Jerseyrest harmonieren würde, den ich noch zu Hause hatte und den ich schon für einen Testlauf mit diesem Modell verplant hatte.

Zum Geburtstag hatte ich vom besten Ehemann ein Nähbuch (damit kann man nix falsch machen :-) ) bekommen - Nähen macht glücklich. Autorin ist die Inhaberin der Marke "Blutsgeschwister". Diese war mir bis dato nur von einem Lederwarengeschäft her ein Begriff, wo mir die hübschen, ziemlich bunten Taschen ins Auge gefallen waren. Wenn man so ein Buch schon mal hat, muss man natürlich auch danach nähen. Zuerst wurde ein Shirt mit V-Ausschnitt probiert, das ich allerdings zur Tunika umgebastelt und noch nicht fotografiert habe.
Und dann war da dieses Teil, im Buch ganz passend als "Mischwesen" betitelt. Das Vorderteil sollte aus fließend fallender Webware zugeschnitten werden, der Rest aus Jersey. Irgendwie gefiel mir die Idee, wenn auch gleich klar war, dass ich den absolut taillenlosen Schnitt für mich würde ändern müssen, um mich einigermaßen vorteilhaft in Szene zu setzen. Und noch einige weitere Änderungen waren nötig. Das Buch enthält ein paar nette Basic-Schnittmuster. Die Modelle sind da in einem Stil umgesetzt, den ich irgendwie mit individualistisch-coolen Berlinerinnen verbinde. :-) Ein bisschen retro, ein bisschen romantisch, ein bisschen bunt und irgendwie ganz eigen. Für einige Stücke werden im Buch Vorhänge und ähnliches recycelt. Eine gute Idee und hübsch anzusehen, vom Stil her nur nicht ganz meins. Was aber nicht problematisch ist, wenn es sich um einfache Schnitte handelt. Aus denen kann man viel machen.

Dann ist da noch die Passform, die schon eher zum Problem wird, wenn sie eben nicht passt. Die Schnittmuster werden in zwei Größen geboten: S/M und L/XL. Ich bewege mich mit meinen Maßen munter im gesamten da vorkommenden Spektrum, wenn ich am Schnitt messe. Die Kleidungsstücke passen ohne Änderung wohl am besten sehr breitschultrigen und schmalhüftigen Damen mit extrem dünnen Unterarmen. Da ich die klassische Sanduhrfigur habe, haut das so nicht hin. Von Ausschnitt bis Achselhöhle habe ich die kleine Größe gewählt. Und wie man sieht, dürfte der Schulterbereich ruhig noch etwas schmaler ausfallen. Dann bin ich im Brustbereich flott zum Maximum übergegangen, wobei der Abnäher noch vertieft und verlegt werden musste. Im Taillenbereich wird nach einigem Rumprobieren am "lebenden Modell" das Minimum jetzt weit unterschritten, während über die Hüfte wieder Maximalmaß erreicht wird. Damit fällt das Blusenshirt an der Stelle genau so, wie es sein sollte, ein kleines bisschen locker, enger dürfte es echt nicht sein. Wie man sich das an jemandem vorstellen kann, der tatsächlich die für L/XL in der Maßtabelle angegebenen 112cm Hüftumfang (bei denen ich noch lange nicht bin ;-) ) erreicht, frage ich mich ... Bei den Ärmeln ist es ähnlich. Oben fallen sie weit. Also kleine Größe. Nach unten hin laufen sie so schmal zu, dass ich zu Größe L/XL plus etwas eigener Nahtzugabe übergegangen bin, da ich es nicht mag, wenn Jersey sich sehr dehnen muss. Besonders bei gemusterten Stoffen wirkt das gar nicht schön. So, wie ich sie zugeschnitten habe, liegen die Ärmel dicht an meinem Arm an. Hm, hab ich vielleicht besonders dicke Unterarme? Dass ich keine zarte Elfe bin, ist mir klar, aber an dieser Stelle ist mir das in meiner bisherigen Nähkarriere noch nicht aufgefallen. :-)

Ich habe leider auch noch ein paar richtige Fehler im Buch gefunden. Schon beim V-Ausschnitt funktionierte die Schrittfolge nicht wie beschrieben und Anleitung und Fotos stimmten nicht überein. Und beim Mischmodell soll man erst den vorderen Beleg mit Abstand zum Ausschnitt feststeppen und dann die Schulternähte so schließen, dass die Naht zwischen Vorderteil und Beleg gefasst wird. Das ist in dieser Reihenfolge schlicht unmöglich. Gut, dass mir das aufgefallen war, bevor ich treudoof Schritt für Schritt die Anleitung befolgt habe. :-) Schade eigentlich, ein Anfänger verzweifelt so natürlich an dem Buch. Dabei bietet es durchaus auch ein paar nützliche grundlegende Infos zu Stoffen und Nähtechniken. Tja, am Ende geht eben doch nichts über das gute alte Burda-Nähbuch. ;-)

Zurück zu mir und meinem Frauenoberteil. Zunächst fand ich es etwas gewöhnungsbedürftig, weil es eben mal was anderes ist, als was ich sonst so trage. Inzwischen liebe ich es. Es ist bequem und schön luftig und fällt sehr schön weich. Das heißt, dass es in Bewegung noch besser aussieht als starr aufs Foto gebannt. Mein zweifelnder Blick ist also nicht dem Blusenshirt geschuldet, sondern der Tatsache, dass mein Sohn mich mittels Stativ und Kabelauslöser fotografiert, ohne sehen zu können, was er vor der Linse hat, und ich mich frage, ob dabei wohl ein brauchbares Bild rauskommen wird. Ob das jetzt eins ist oder nicht, mag jeder selbst beurteilen. :-D

Viel Text zu einem einfachen Stück. Ging mir halt dazu durch den Kopf, und ich selber schätze solche Informationen zu Schnittmustern und Büchern, die mich interessieren. Man lese das Ganze, oder eben nicht. :-)

Ich werde jetzt schnell noch beim MMM vorbeischauen und sehen, was ich heute für Anregungen bei den anderen selbsteingekleideten Damen finden kann.

Montag, 15. Mai 2017

Bitte Meer!

Die Sonne wärmt endlich wieder und weckt die Urlaubssehnsucht auf. Strand, Meer, Muscheln und Steine sammeln ... Leider können wir uns in diesem Jahr auf all das mal nicht vorfreuen. Unser Küchenprojekt, im letzten Post schon erwähnt, verhindert das. Zeitliche und finanzielle Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Also machen wir das Beste draus, freuen uns auf die neue Küche und stillen den Hunger nach Meer mit den maritimen Kleidungsstücken, denen noch ein Hauch vom letzten Urlaub anhaftet.


Emilia hatte Anfang Juni schon dieses Sommerkleidchen bekommen. Genäht frei nach Ottobre 3/2013. Dort gibts am Halsausschnitt noch einen Volant. Zum maritimen Jersey von Blaubeerstern passt so eine geknotete Minischluppe aber viel besser. Auf dem ersten Modelfoto gleich nach Fertigstellung, das leider etwas duster geraten war, reicht das gute Stück noch fast bis ans Knie, und hier, nur ein paar Wochen später im Juli ... Inzwischen ist es leider kein Kleid mehr und wird wohl zu 'nem anderen kleinen Mädchen umziehen.



Etwas war noch übrig von Streifen und Meer:


Noch gerade genug für ein Shirt fürs große Mädel. Ich habe wieder den selbst gebastelten Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln und hinten leicht verlängertem Saum genommen und das Vorderteil längs geteilt. Auch hübsch, finde ich. Leider fototechnisch etwas mangelhaft, weil es nur für einen schnellen Handyknips reichte, bevor wir vor dem Regen fliehen mussten, der da schon bedrohlich über die Kieler Bucht heranzieht.

Doch es folgten noch heiterere Tage und damit schönere Bilder von der neuesten Strandmode für die junge Dame:


Aus Ankerjersey und rot-weißen Streifen wurde ein Princess Castle (Ottobre 4/2013). Nur die Taschen habe ich weggelassen, weil ich keine beulenden und zerrenden Steinsammlungen in Jerseykleidern mag. Und zu denen wäre es in dieser Umgebung unweigerlich gekommen. :-)


Sieht man ja, gesammelt wird schon fleißig. Nur müssen so eben andere, weniger mühevoll entstandene Behältnisse dafür herhalten.


Den Wickelausschnitt hält noch ein rotes Ankerknöpfchen zusammen, weils da war und passt. Rundum schön mit hohem Lieblingsstückpotential. In diesem Kleid kann man auch ein bisschen Strandstimmung genießen, wenn es dieses Jahr "nur" mit Oma und Opa zum Stausee geht.

Mit Nachträgen müsste es das, zumindest was Kindersachen angeht, eigentlich gewesen sein. Auf dass bald aktuelle Sommermodelle folgen ...

Freitag, 12. Mai 2017

Blümchen im Mai

Zeit wirds, dass ich ein Lebenszeichen von mir gebe. Das soll heute, passend zum schönen Mai, mit ein paar schon nicht mehr ganz aktuellen Blümchenkleidern für meine Mädels geschehen. Ich nähe zwar immer wieder zwischendurch das eine oder andere, aber mit den Fotos ist das so eine Sache ...  Leichte Mützen und Schals, Spängchenhalter, Osternester, ein Kinderkleid zum Verschenken, sogar zwei Oberteile für mich sind entstanden. Aber nebenher wollte eben auch der Garten gehegt, Termine aller Art wahrgenommen und überhaupt der Alltag bewältigt werden. Außerdem sind in letzter Zeit Maler und Aufmaßnehmer (oder wie nennt man die sonst?) durch unsere Küche defiliert. Dafür musste selbige quasi bei laufendem Betrieb jeweils in verschieden intensive Zustände der Auf- und Ausgeräumtheit versetzt werden. Kein Spaß, aber am Ende der anstrengenden Planungsprozedur habe ich dann hoffentlich noch vor Ende des Sommers eine neue Küche. Oder überhaupt mal eine Küche, denn ob man unser wildes Sammelsurium von ererbten und ad hoc dazugekauften Küchenteilen so nennen kann, sei mal dahingestellt ... Tja, so siehts bei uns grad so aus.

Und jetzt zum Thema Nähwerke. Vorgestellt werden zwei Kleidchen, die schon Teil der letztjährigen Sommergarderobe waren.



Die große Dame, der das Posen sichtlich gefällt, trägt "Jungle Stripe" (Ottobre 3/2012). Ein ganz bequemes Raglankleid mit Gummizügen in Ausschnitt und Ärmeln. Als kleines Extra sind Vorder- und Rückenteil nicht nur "zusammengezurrt", sondern in hübsche Falten gelegt. Passt einfach, und zwar laaaange. :-) Was gut ist, weil bei uns gerade irgendwas in der Luft zu liegen scheint. Seit letztem Sommer schießen die Kinder ins Kraut, alle drei. Nicht dass sie jetzt groß wären, so weit gehts dann doch nicht. Aber größer, und zwar ordentlich. Da kann man schon mal locker eine Konfektionsgröße überspringen, wenns sein muss ...



Die jüngere Dame nimmt den Modeljob nicht so ernst, Hauptsache Spaß, scharfe Fotos sind da eher nebensächlich. :-) Macht nix, das Kleid ist zu erkennen. Hier habe ich aus 50cm selbstgewähltem Lieblingsstoff auf dringenden Wunsch des Fräuleins irgendwie ein Kleid zusammengebastelt. Als Grundlage diente "Princess Castle" (Ottobre 4/2013). Der Wickeleffekt fiel allerdings der Stoffknappheit zum Opfer. Als Blickpunkt dient ein Blümchen, das aus zwei Lagen Jersey mittels Vliesofix und Zickzackstich zusammengenäht und dann mit einem Knopf und ein paar lockeren Stichen auf dem Taillenband befestigt wurde. Was hier noch eindeutig als Kleid durchgeht, ist inzwischen straff auf dem Weg zur Tunika. Was ja nicht wirklich ein Problem ist, solange die Kinder sich vor allem in die Länge strecken.
Längenwachstum ist das eine, aber da gibt es auch noch andere Meilensteine auf dem Weg in die Welt der Großen. Seit gestern rühmt sich Kind 3 seines ersten Wackelzahns! Womit es die Geschwister deutlich übertrumpft, denn die waren viel ältere ABC-Schützen und haben trotzdem beide ihren Schuleintritt mit bombenfestem Milchgebiss gefeiert. Irgendwo findet die Kleine doch immer wieder ihre Lücke, in die sie schlüpfen kann, um anders zu sein. :-)



So isses, jedes ist anders, manchmal zoffen sie sich bis aufs Blut (nur metaphorisch natürlich!), aber dann sind sie doch wieder ein Herz und eine Seele. Wie man hier sieht - Schwesterherzen.

Dienstag, 7. März 2017

Three Knights in Shining Armour

Mit einer Woche Verspätung nach diversen Geburtstagsfeierlichkeiten, Last-Minute-Nähen, Schulanmeldung, Kinderkrankheiten etc. wird es höchste Zeit für die Faschingsnachlese.

Unsere Kinder waren sich dieses Jahr absolut einig in ihrer schon fast erwachsenen und auf alle Fälle coolen Kostümwahl. Einerseits schön, andererseits auch ein bisschen langweilig. Ich wollte so gern noch mal ein Prinzessinnenkleid nähen. Ich habe gebettelt, gefleht, geschmeichelt ... Nein, hab ich nicht. Nur einen klitzekleinen Überredungsversuch muss ich tatsächlich zugeben. Hatte aber sowieso keinen Zweck. Die Großen wollten Sternenritter sein, also musste es für die Kleine auch ein Sternenritterkostüm sein. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und so blieb mir nichts übrig, als selbst zu Schere, Nähmaschine und Zwirn zu greifen.


Ich wollte es mir ja gern möglichst einfach machen und nur den Teil nähen, der auch alltagstauglich ist. Männliche Sternenritter brauchen blaue Shirts, eine Hose und natürlich den Brustpanzer mit Logo. Ritterinnen tragen blaue Tuniken mit schrägem Saum, braune Leggins und ebenfalls die unvermeidliche Rüstung.
Hosen hat der Herr im Schrank. Leggins für die Damen wurden schnell gekauft, da Braun sonst nicht in unser Beuteschema gehört. Blieben Shirts und Brustpanzer. Erstere sind schnell genäht - das Raglanshirt und -kleid von Klimperklein sind schließlich wandelbar. Letztere ließen sich auch kaufen, jedenfalls fast. Einfache silberne Papprüstungen tun es prima, dachte ich. Nichts ist für die Ewigkeit, und Kinderkostüme schon gar nicht. Nur das Logo musste irgendwie noch drauf. Ein bisschen Ideenwälzen brachte mich schließlich auf blaue selbstklebende Hologrammfolie. Das Angebot des Bastelladens in der Stadt passte zum Glück zur Idee, so dass das realisierbar war. Jedenfalls für die größeren zwei der drei Orgelpfeifen.


Glücklicherweise hatte die Jüngste sich eine Winzigkeit später als die großen Vorbilder für das Kostüm entschieden, sodass erstmal nur zwei Papppanzer bestellt worden waren. "Passt unserm 4jährigen prima." hatte in den Bewertungen gestanden. Kleine Zitterpartie, ob auch ein 10jähriger noch reinpassen würde ... völlig unnötigerweise, wie schnell zu sehen war. Da muss es wohl 4jährige von gaaanz anderem Format geben ... Die Größeren können die Panzer mehr als bequem tragen. Das fünfjährige Minikind würde allerdings glatt durchrutschen. Da musste wohl oder übel doch die Nähmaschine ran. Besagtes Raglanshirt kann ja noch mehr, wenn es drauf ankommt. Ärmel verbreitert und Saum zur Achsel hin gerundet, Shirt gekürzt und abgerundet, Vorderteil und Ärmel gedoppelt und mit Volumenvlies gefüttert, Rückenteil bleibt ungefüttert. Das Ganze ist aus sehr dehnbarem Silberstoff (buttinette) und lässt sich so prima an- und ausziehen und bequem tragen, auch draußen über der Jacke, wenn es sein muss. Und es musste ... :-) Das Logo ist genau wie bei den Pappmodellen einfach aufgeklebt. Das hält wider Erwarten bombenfest und war die einzige Möglichkeit, da weder Aufbügeln noch Applizieren auf dem Foliendruck Optionen sind.

Langer Rede kurzer Sinn - 3 Sternenritter zogen am Faschingsdienstag zufrieden los in Schule und Kindergarten und kamen glücklich zurück, weil sie auch als solche erkannt und für cool befunden worden waren. Wobei Kind 3 etwas mehr zu erklären hatte. Schließlich lesen Kindergartenkinder noch nicht so viel. Aber auch da gibts das eine oder andere Mädel mit großen Brüdern. :-)


Auf Shirt und Tuniken habe ich noch einmal das Sternenritter-Logo appliziert. So steigt der Coolnessfaktor in den Augen der Kinder immens, man kann den Panzer auch mal ablegen, wenn er unbequem wird, und trotzdem sind die Teile alltagstauglich.
Mathildas Tunika ist ein Raglankleid (134), das ich zum Saum hin etwas verschmälert und natürlich abgeschrägt habe. Bei Emilias Tunika (110) habe ich den Shirtschnitt als Grundlage genommen und verlängert, da das Kleid in den kleineren Größen noch nicht figurangepasst geschnitten ist.


Bei Raphael tat es der Shirtschnitt unverändert. Allerdings stelle ich wieder mal fest, dass der junge Mann sehr lange Arme hat. Während es die Hosen in 134 grad noch tun, gibts beim Shirt schon in 140 keine Zuwachsreserve mehr. An das neue Lieblingsteil werde ich wohl früher oder später noch Ärmelbündchen anbauen müssen ...

So weit zu diesem Thema ... Als nächstes sollte dann Frühlingsgarderobe aktuell werden, hoffe ich doch.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Blumengrüße aus Bullerbü

Dieses Jahr stand schon im Januar der Fototermin in Kindergarten an - verständlicherweise. Denn diese Woche ist unsere letzte im lieben, vertrauten Kindergarten. Danach wird umgezogen und die alte, baufällige aber so schön gemütlich gewohnte Baracke abgerissen. Das stellt einen Einschnitt ins Kinderleben dar, der ein ganzes Thema für sich ist.

Jetzt geht's erstmal wieder um Klamotten. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass es zum Besuch des Fotografen ein neues Outfit gibt. Für mich ein Anlass, meinen Lieblingsschnitt aus meinem Weihnachtsgeschenk auszuprobieren: "Anna" aus dem Buch "Kinderkleider". Ich hatte es an eine zukünftig dreifache Mädchenmama verschenkt, weil es Mädchensachen pur bietet. Kleidchen ohne Ende und noch so ein paar andere Ideen zum Schmücken und Spielen, die kleine Fräuleins garantiert begeistern. Und dann blieb mir nichts übrig, als es mir selbst zu wünschen, weil ich dem typisch skandinavischen Bullerbü-Charme, den das Buch zweier finnischer Autorinnen verströmt, einfach nicht widerstehen konnte. Es ist sooo süß, einfach nur zum Anschauen. Danach nähen kann man natürlich auch. :-)

Und da kommen wir zu ein paar kleinen Haken. Was mir weniger gefällt, sind die fehlenden Angaben zur benötigten Stoffmenge für die Schnittmuster. Das ist laut Text bewusst so gehalten, um die Kreativität beim Kombinieren nicht einzuschränken. Funktioniert so bei mir nicht. Dass ich mangels jedes sinnvollen Anhaltspunkts zum Stoffverbrauch erst aufwändig rumprobieren muss, würde mich eher davon abhalten, noch mal schnell so ein Kleidchen zu nähen, als die Kombifreudigkeit anzuregen. Die kommt von selber beim Blick ins Stoffregal.
Aber das nehme ich in Kauf. Der Bullerbü-Faktor ...

Beim Nähen fiel mir dann ein weiteres Problem auf: Ärmelschnittteile ohne Passzeichen. Das geht eigentlich gar nicht, zumal die Schnittmuster auf Webware ausgelegt sind. Da kann man nicht so hier und da ein bisschen zurechtdehnen. Das muss passen und sitzen. Und das ist nun mal ohne Markierungen nicht leicht zu erreichen. Es geht schon irgendwie, aber schön ist anders. Überhaupt ist ein bisschen Erfahrung beim Nähen nach diesem Buch nötig. Zum Beispiel sind auch keine Schlitzmarkierungen für den Knopfverschluss vorhanden. Es wird zwar erklärt, wie der Schlitz gearbeitet wird. Wie groß man ihn macht, muss man selbst entscheiden. Da kann man sich leicht verschätzen und der Kopf ginge dann nicht durch. Insgesamt fehlt mir da doch so ein bisschen die Professionalität. Aber - siehe oben ...

Positiv fällt mir nach dem Nähen des einen Schnittmusters auf, dass die Ärmelansatznähte fein an der richtigen Stelle sitzen. Das ist bei Schnittmustern für so weite, lässige und aus Begeisterung für schöne Stoffe gebastelte Schnittmuster nicht selbstverständlich, muss aber sein, damit's richtig hübsch wird. So ist es ein weites, aber kein übergroßes Kleid. Genau das gefällt mir.

Fazit zum Buch: Durch übergroße Professionalität glänzt es nicht. Also lieber Erfahrung sammeln mit ein paar wirklich guten! ausführlichen E-Books von Profi-Erstellerinnen. Dann kann man nachvollziehen, was die näherfahrenen Bullerbü-Mamas mal eben aus dem Handgelenk schütteln und die durchaus süßen Kleidchen nacharbeiten.

So wie Emilias Fotografenkleid 2017:


"Anna" in 110/116. Blümchen und Pünktchen fanden sich im Stoffregal, haben wohl irgendwann vom Stoffmarkt hergefunden. Der zarte Blümchenlook passt gut zu genau diesem Fräulein. Bester Beweis: Es mag das Kleid, obwohl es rosa ist und Kind neuerdings erklärt, dass Rosa eigentlich nicht mehr ginge und Blau DIE Farbe wäre. Ich glaube, es wird groß ...
 

Blitzfotos am frühen Morgen zeigen natürlich nicht die ganze Schönheit. Reh, Brosche und Leggins sind eigentlich lila, und zwar nicht finsterlila, sondern schön gedämpft farbig. Mal sehen, ob der Fotograf das besser kann ...

Wir grüßen hiermit also dem Winter zum Trotz mit bunten Blümchen und wünschen uns bald den Frühling her - für noch mehr Bullerbü-Kleidchen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Vogelscheuche im Samtkleid


Da ist sie - Mathilda. Und dass sie im neuen Weihnachtsoutfit wie eine Vogelscheuche aussähe, ist natürlich keinesfalls meine Behauptung. Sie meinte selbst beim Posieren, dass sie jetzt eine Vogelscheuche darstellen würde. Guter Versuch, meine ich. Die Haltung stimmt schon mal. Aber wer so süß lächelt, bietet keinen wirklich erschreckenden Anblick. Deswegen kann man die kleine Vogelscheuche im Galaoutfit mit diesem Titel wohl auch nicht beleidigen. :-)


Das Weihnachtskleid 2016 ist ein "Silver Touch" (Ottobre 4/16), allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Der Schnitt gefiel uns sofort, war aber leider erst ab Größe 134 vorhanden. Aktuell ist Mathilda bei 128, und man kennt ja die lässige Weite vieler Ottobre-Sachen. Ich habe also einfach in der Mitte ein paar Zentimeter herausgenommen, so dass die Schulterbreite passt, und den Ausschnitt wieder zurechtgerückt. Etwas mehr Ärmelweite stört nicht, wenn sowieso ein Shirt untergezogen wird. Weil wir ein richtiges Kleid statt einer Tunika wollten, habe ich den Rock noch etwas verlängert. Bei der Suche nach dem passenden Stoff für ein feines Festtagskleid fiel mir im dunkelblauen Stadtkaufhaus ein großzügiger Rest warmgrauer Samt in die Hände. Das ist so ein Glücksgriff auf den zweiten Blick. Fällt erstmal nicht auf, wenn man in der Restekiste stöbert, aber wenn man dann kapiert, was man da in der Hand hält - yeehaa! Elastischer Baumwollsamt - angenehm zu tragen, streichelweich, vielseitig kombinierbar und schick. Gibt ein super weihnachtsfeines Kleid für 6 Euro! Auf dem schlichten Stoff darf's dann gern noch ein bisschen glitzern. Aufgebügelte Sternchen gehen nicht nur zur Weihnachtszeit.
Elastische Webware verhält sich anders als Jersey, deswegen fiel die im Schnitt vorgesehene Bandversäuberung für Ausschnitt und Ärmel natürlich aus. Es wurde also mit Beleg verstürzt bzw. ein Saum genäht.
Die sportlich wirkenden untergelegten Originaltaschen passten auch nicht so recht zum Gesamteindruck. Weil Taschen trotzdem ganz praktisch sind zu Schnupfenzeiten, wurden sie in Nahttaschen umgewandelt.


Drunter trägt die junge Dame ein schon mehrfach bewährtes "Roundabout" Shirt (Ottobre 1/12). Den Stoff hat sie selbst ausgesucht - trotz Riesenauswahl ein schlichtes, leicht meliertes Türkis. Meine Tochter ... :-)

Vogelscheuche? Doch wohl eher nicht.

Mittwoch, 11. Januar 2017

MMM - Lieblingsstück 2016

Die Nähdamen vom MMM führen heute ihre Top-Hits des vergangenen Jahres vor, und da möchte ich mich gern wieder einmal einreihen. Der Dauerbrenner in meinem Kleiderschrank ist nicht ein einziges Stück, sondern viel mehr ein Schnitt - Marly von schnittquelle. Ich habe davon inzwischen sage und schreibe 5 Varianten auf der Stange hängen. Und dabei wirds wohl nicht bleiben. Der Schnitt ist so optimal für mich geeignet, dass ich immer wieder danach greife und fröhlich dran rumbastle, denn auch dafür bietet er sich an. Durch Unterbrustnaht und -abnäher und Abnäher im Rücken lässt sich der Schnitt mit recht wenig Aufwand prima an die eigenen Kurven anpassen. Außerdem kann man durch die Teilung auch schön mit verschiedenen Rockformen experimentieren. Der Ausschnitt lässt sich ebenfalls variieren ... unendliche Möglichkeiten, dazu ruckzuck umzusetzen. Perfekt für mich, wo ich doch dazu neige, immer mal noch schnell über Nacht ein neues Kleidungsstück zu brauchen. ;-)

Zuerst zeige ich das neueste Kleid aus der Reihe - mein Weihnachtskleid und tatsächlich auch das, was ich am heutigen MMM wieder trage. Ich glaube, es hing noch nie im Schrank:


Die Rückseite wurde, abgesehen von den individuellen Anpassungen, nach dem Originalschnitt genäht. Dem Vorderrock habe ich ein paar Zentimeter Breite zugefügt und eine Kellerfalte gelegt. Der Ausschnitt ist mit Beleg gearbeitet, weil ich das an einem eher "feinen" Kleid schicker finde als Bündchen oder Einfassband. Am Saum habe ich 6cm zugegeben, damit aus dem Kassak ein Kleid wird (jedenfalls für mich :-) ).

Das Material ist ein Jaquard von Stoff und Stil - ein Traum. Ich hatte mich schon im Katalog in das Design verliebt. Und als ich im Urlaub in das Paradies in Lübeck tatsächlich live betreten konnte, wurde das Geburtstagsgeld dafür auf den Kopp gehauen. :-) Baumwollmix, nicht zu fest und nicht zu labberig, gut zu verarbeiten, gut zu tragen, schick, aber nicht zu sehr, wunderbar.

Im Sommer entstanden gleich mehrere verschiedene Marly-Adaptionen. Eine sommerlich gemusterte fehlt mir noch in der Fotodokumentation. Aber es gibt ja noch zwei:


Einmal in Blau aus Viskosejersey (billiger Test-Rest). Hier habe ich statt Abnähern einfach mal nur Falten in das Rockteil gelegt, und zwar vorn und hinten. Die Form hat mich überzeugt, das blaue Kleid ist trotzdem kein Lieblingsstück an sich, weil der Jersey einfach nichts verzeiht. Der zeichnet alles ab. :-p Außerdem pillt er. Angenehm zu tragen ist er trotzdem, kommt also bei großer Hitze gern daheim zum Einsatz.


Dann ist da noch dieses Modell. In Lieblingspetrol ja schon mal prädestiniert für einen der vorderen Plätze. Wurde dann auch oft und noch lange in den Herbst hinein getragen. Hier habe ich einen weiteren Rock ohne Abnäher angesetzt und am Ausschnitt und unter der Brust gemusterte Einsätze reingebastelt.

Noch einem kleinen verspielten Detail konnte ich nicht ganz wiederstehen:


Auch die armen Einzelstücke aus der Knopfkiste brauchen schließlich ein nettes Zuhause. :-)

Die erste Marly ist schon mal beim MMM erschienen und soll hier der Ordnung halber auch erwähnt werden. Zu den Allroundtalenten gehört sie auf alle Fälle:


Dann war da noch ein tolles schickes Sommerkleid nach Stoff und Stil-Schnitt, das es bisher nicht auf ein akzeptables Foto geschafft hat. Wird nachgeholt, versprochen. Wenn es wärmer ist.

Dieses Jahr müssten wohl mal wieder Oberteile im großen Stil drankommen. Da fehlts momentan im Schrank. Also ein Hoch auf die vorhandenen Lieblingsstücke und auf zu neuen Taten!

Und jetzt lasse ich mich noch von den anderen Lieblingssachen beim MMM inspirieren.

Montag, 9. Januar 2017

This is a man's ... hoodie

Genug des Geredes zum neuen Jahr, jetzt gehts wieder an die Nähwerke. Ich kann eine Premiere feiern: Zum ersten Mal überhaupt habe ich ein Kleidungsstück für den Mann genäht! Ne Mütze gabs schon mal, aber die zählt nicht wirklich. Dieses Mal ist es ein richtiger tragbarer Pullover geworden.

Ich fand die Form ja während des Entstehungsprozesses echt seltsam. Mehrmals habe ich misstrauisch das geklebte Schnittmuster überprüft, ob ich nicht doch eine Reihe Blätter in der Mitte vergessen hätte. Aber nein, alles passgenau zusammengesetzt. Dabei sahen die Schnittteile unheimlich kurz und breit aus. Der fertige Pullover dann auch. Sehr komisch. Da hieß es hoffen und bangen, denn das gute Stück sollte des Mannes Weihnachtsgeschenk sein und war aus feinstem kuschligem Baumwollfleece mit echten Lederdetails genäht. Wenn das nicht passen würde, müsste man sich in den Po beißen, und das geht dann wieder nicht ... Das Ding muss einfach passen.

Und siehe da, das tut es auch. Was schließen wir daraus? Männer haben komische Proportionen. :-D
Spaß beiseite, der selbstgenähte Pullover ist besser als jeder gekaufte. Sogar die überlangen Arme meines persönlichen Alltagshelden sind optimal verpackt. Da, ich darf ihn sogar zeigen:


Nicht optimal zurechtgezupft, aber man erkennt die Grundidee. :-) Passt genau so, wie Mann es mag, lässig, aber auch nicht riesig. Mein hauseigener Computernerd trägt kaum etwas anderes als "farbenfrohes Schwarz" (O-Ton). Macht also keinen Sinn, bei der Stoffauswahl kreativ zu werden. Für den individuellen Touch sorgt dann eben das bisschen rotes Leder an Ösen und Kordelenden und als kleine, harmlose Minitüddelei. So viel muss erlaubt sein. ;-)
Scheint auch nicht falsch zu sein, denn er wurde mehrmals gefragt, ob der Pullover von einer bekannten coolen Marke wäre. Yeah!


Da noch mal die Appli, unscharf, ich weiß, war kein besseres Bild auf der Kamera. Und der Pulli hängt grad frisch gewaschen auf der Leine, damit er so bald wie möglich wieder einsatzbereit ist. Wenigstens weiß ich jetzt erstmal mit Sicherheit, dass das Leder die Wäsche gut übersteht. Dann kann es wohl bald noch einen zweiten in der Art zum Wechseln geben. Da der Mann einen schlichten Geschmack hat, näht sich so ein Teil ja recht flott weg.

Schnitt: Luke von Pattydoo

Donnerstag, 5. Januar 2017

Was der Schuleingangstest nicht verrät

Gleich zum Jahresanfang stand bei uns ein Termin an - wohl zum letzten Mal im Elternleben: das jüngste Kind musste zum Schuleingangstest beim Kinder- und jugendärztlichen Dienst antreten. Müde (klar, so kurz nach Weihnachts- und Silvesterferien) und auch leicht kränklich war's an dem Tag. Aber da wir den Termin wegen Krankheit schon zwei Mal verschieben mussten, dachte ich mir, es wäre besser, das jetzt durchzuziehen. Nicht, dass noch das Jugendamt vor der Tür steht, um zu überprüfen, ob das Kind aufgrund von Prügel regelmäßig nicht vorzeigbar ist ...

Also auf durch Regen und Matsch zur "Burg". DresdnerInnen mit Schulkindern wissen, wovon ich rede. Unsere kleine Prinzessin war jedenfalls begeistert, das märchenhafte zinnenbewehrte Gebäude mit den pseudogotischen Fenstern betreten zu dürfen. Leider hält es von innen nicht, was es außen verspricht. Na ja, so Amtsgebäude müssen wahrscheinlich nüchtern und langweilig rüberkommen, um ernst genommen zu werden.

Nachdem grundsätzlich geklärt war, dass wir unserem Minivorschulkind den planmäßigen Schulstart zutrauen (was bleibt uns auch anderes übrig, wo uns der Kindergarten überm Kopf abgerissen wird ... dazu vielleicht später mehr), gings also ans Testen. Lief gut, wenn auch gelegentlich akute Anzeichen von Unlust zu bemerken waren. Aber mal ehrlich, an einem düsteren Winterspätnachmittag sinnlose Aufgaben erfüllen, die noch dazu von einer völlig fremden Frau gestellt werden ... Man machts ja so notfalls, aber gern muss man das nicht machen, oder?

Unser persönlicher Höhepunkt ist ja immer wieder der "Smiley-Test": Ein Blatt, darauf reihenweise Smileys, die meisten freundlich, dazwischen einige mit hängenden Mundwinkeln. Kind soll letztere streichen, das Ganze möglichst schnell bei laufender Stoppuhr. Nun sind weder unsere größeren Kinder noch ich, sagen wir's mal freundlich, für übereilte Handlungen bekannt. Wir haben wohl alle eine Extrawindung in der Leitung, was die Informationsverarbeitung gründlich, aber nicht unbedingt schnell macht. ;-) Dass auch Kind 3 bei dieser Aufgabe keine allzu große Geschwindigkeit an den Tag legte, überraschte mich also nicht. Beanstandet wurde trotzdem nichts und die Schulfähigkeit offiziell bescheinigt.

Was der Test allerdings nicht erfassen konnte, wurde mir später klar. Als mein Mädel mir nämlich in der Straßenbahn seine Sicht auf den "Smiley-Test" offenbarte. Es beschwerte sich bitterlich. Die Ärztin hätte gesagt, die Smileys mit den hängenden Mundwinkeln wären "böse". Dabei stimme das gar nicht, die seien nämlich nur traurig. Und es sei eine bodenlose Gemeinheit, die traurigen Leute zu streichen, nur weil sie traurig seien. Geht echt gar nicht ... Vor diesem Hintergrund braucht man sich über das zögerliche Vorgehen natürlich nicht zu wundern. Ich wette, die soziale Dimension der Aufgabe ist der Ärztin noch nicht mal in den Sinn gekommen ...

Tja, das ist mein kleines Mädchen, das sich auch bei mir entschuldigt und die "arme Mama" der vielen Arbeit wegen bedauert, wenn es selber unter den Folgen eines Magen-Darm-Infekts leidet, das bei "Tom und Jerry" vor lauter Mitleid eher weint als sich kaputtzulachen, das bei Spieleabenden explizit nicht gewinnen will, weil sonst die anderen traurig sind, das seine über alles geliebten Gummibärchen teilt, wenn es nur 2 hat, ein Geschwisterkind aber (aus sehr gutem Grund) gar nichts.

Oh Mann, hoffentlich passt auch in der Schule jemand gut auf mein zart besaitetes Jüngstes auf ...

Mittwoch, 4. Januar 2017

Frisch und neu

Ein neues Jahr - eine Gelegenheit für Neuanfänge. Irgendwie ist es doch so, selbst wenn man sich, wie ich, kaum Konkretes vornimmt, weil man weiß, dass es an der Umsetzung sowieso wieder hapert. ;-) Lieber Schritt für Schritt und Tag für Tag das Mögliche tun und sich über Fortschritte freuen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Herausforderung hat. Das steht so ähnlich schon in der Bibel (Mt. 6, 34) und hat viel Wahres, für mich jedenfalls. Große Pläne häufen sich so schnell zu Bergen auf, die unbezwingbar erscheinen und eher Energie rauben als einen schwungvoll neu starten lassen. Trotzdem, ein bisschen mehr Disziplin und Eigenorganisation möchte ich gern im neuen Jahr unterbringen. Erster konkreter Minischritt: rechtzeitig ins Bett gehen, statt noch dies und das und jenes ... ;-) . Dann gehts auch schon mal etwas energiegeladener durch den Tag. Das ist vorerst mein Vorsatz, und dann weiter, Tag für Tag ...

Am 2. Januar hatte "Himmelblau und Sommerbunt" Geburtstag, den 7. mittlerweile. Und immerhin ist es noch da, wenn auch mit wechselnder Aktivität. Im Prinzip soll es weitergehen wie bisher - entspannt, nur besser, vielleicht. ;-) Ich möchte einfach wieder öfter schreiben, dient mir diese Plattform doch hauptsächlich als Kreativ- und sonstiges Tagebuch. Und es ist ja nicht so, dass nichts passieren würde, was festgehalten werden sollte ... Im Kopf hab ich schon einen Haufen Postideen. Dann woll'n wir mal, eine nach der anderen ...

Für dieses Mal bleibt mir noch, allen ein wunderbares Jahr 2017 zu wünschen -  Erfolg bei großen und kleinen Plänen, Kraft in allen Herausforderungen, viele Sonnentage und jeden Tag ein herzliches Lachen, mindestens!

Diese 3 unterstützen meinen Wunsch, vor allem letzteren, und zeigen eindrucksvoll, wie es geht:


(Wenn's sonst grad nix zu lachen gibt - einfach "Ameisenscheiße mit Erdbeergeschmack" denken, oder meinetwegen auch sagen ... Haben die Kinder bei Freunden aufgeschnappt und wirkt absolut sicher, sieht man ja. :-D)