Mittwoch, 24. Mai 2017

MMM: V-Tunika

Mittwoch! Also muss ein Post mit Selbstgenähtem für mich her. Die schon erwähnte V-Tunika zu zeigen steht ja sowieso noch aus. Und ich hab doch tatsächlich schon gestern dran gedacht, dass auf Dienstag Mittwoch folgt und mich am Abend vorsorglich ablichten lassen. Fotografin war Kind 2. Sie macht das gar nicht schlecht und hat auch Lust dazu. Ich glaube, ich muss ihr mal ein bisschen "Unterricht" in Sachen Kamerabenutzung geben, dann könnte das richtig gut werden. Einstweilen arbeitet Freund GIMP am Ende noch etwas mit, um die Fotos weitestmöglich zu perfektionieren. :-)


Und hier ist nun das gute Stück, ganz authentisch nach einem langen Tag zu Hause, auf dem Rad und im Garten. Unspektakulär schlicht und bequem macht es alles mit und passt mit den Dreiviertelärmeln für warme und auch kühlere Tage.
Grundlage war der V-Shirt-Schnitt aus dem schon vorgestellten Buch "Nähen macht glücklich" mit ähnlichem Größenpatchwork wie beim Frauenoberteil. Das Rockteil habe ich mit meiner geliebten "Marly" als Vergleichsmuster dranimprovisiert. Passt genau, auch wenn es auf dem Foto ein bisschen komisch auf der Hüfte hängt. Man kennt das ja, irgendwas ist immer nicht richtig zurechtgezupft, was man natürlich erst bemerkt, wenn man die Fotos in Ruhe auf dem Computer betrachtet und es draußen inzwischen dunkel ist. Egal, Authentizität zählt. ;-)

Der Jersey mit den stilisierten Blüten stammt von Buttinette. Er ist fein glatt und eher dünn. An der Qualität gibts nichts zu meckern. Die Tunika wurde jetzt schon mehrfach gewaschen und Form und Farbe bleiben, wie sie sein sollen. Um bei dem glatten Schnitt einen gewissen "Nachthemdlook" zu vermeiden, habe ich eine einfache kleine Applikation auf den Rock genäht. Mehr brauchts nicht für ein praktisch schönes Alltagsstück. Davon will ich mehr - in Variationen natürlich, sonst wirds ja langweilig. :-)

Das Ganze geht jetzt schnell zum MMM und ich freue mich schon auf die anderen Damen in selbstgemachten Lieblingsstücken.

Mittwoch, 17. Mai 2017

MMM: Das Frauenoberteil

Ja, wirklich, anders kann man das eigentlich nicht nennen. Mein neuestes selbstgenähtes Stück ist weder Bluse noch Shirt, oder eigentlich beides. Also der Einfachheit halber eben ein Oberteil. Und ich bin offensichtlich eine Frau, aber das ist nicht der einzige Grund für den Namen. Es sind nämlich auch Frauen drauf, ziemlich viele sogar. Man muss halt ein bisschen genauer hinschauen:


Gerade das hat mir an dem Stoff (Viskosewebware) gefallen, dieses irgendwie künstlerisch-weibliche Motiv für den zweiten Blick. Und mein Farbspektrum trifft er auch. Deswegen bin ich auf dem letzten Stoffmarkt extra noch einmal zur ersten Reihe zurückgegangen, um ihn dann doch mitzunehmen. Zumal er perfekt mit dem feinen, glatten unifarbenen Jerseyrest harmonieren würde, den ich noch zu Hause hatte und den ich schon für einen Testlauf mit diesem Modell verplant hatte.

Zum Geburtstag hatte ich vom besten Ehemann ein Nähbuch (damit kann man nix falsch machen :-) ) bekommen - Nähen macht glücklich. Autorin ist die Inhaberin der Marke "Blutsgeschwister". Diese war mir bis dato nur von einem Lederwarengeschäft her ein Begriff, wo mir die hübschen, ziemlich bunten Taschen ins Auge gefallen waren. Wenn man so ein Buch schon mal hat, muss man natürlich auch danach nähen. Zuerst wurde ein Shirt mit V-Ausschnitt probiert, das ich allerdings zur Tunika umgebastelt und noch nicht fotografiert habe.
Und dann war da dieses Teil, im Buch ganz passend als "Mischwesen" betitelt. Das Vorderteil sollte aus fließend fallender Webware zugeschnitten werden, der Rest aus Jersey. Irgendwie gefiel mir die Idee, wenn auch gleich klar war, dass ich den absolut taillenlosen Schnitt für mich würde ändern müssen, um mich einigermaßen vorteilhaft in Szene zu setzen. Und noch einige weitere Änderungen waren nötig. Das Buch enthält ein paar nette Basic-Schnittmuster. Die Modelle sind da in einem Stil umgesetzt, den ich irgendwie mit individualistisch-coolen Berlinerinnen verbinde. :-) Ein bisschen retro, ein bisschen romantisch, ein bisschen bunt und irgendwie ganz eigen. Für einige Stücke werden im Buch Vorhänge und ähnliches recycelt. Eine gute Idee und hübsch anzusehen, vom Stil her nur nicht ganz meins. Was aber nicht problematisch ist, wenn es sich um einfache Schnitte handelt. Aus denen kann man viel machen.

Dann ist da noch die Passform, die schon eher zum Problem wird, wenn sie eben nicht passt. Die Schnittmuster werden in zwei Größen geboten: S/M und L/XL. Ich bewege mich mit meinen Maßen munter im gesamten da vorkommenden Spektrum, wenn ich am Schnitt messe. Die Kleidungsstücke passen ohne Änderung wohl am besten sehr breitschultrigen und schmalhüftigen Damen mit extrem dünnen Unterarmen. Da ich die klassische Sanduhrfigur habe, haut das so nicht hin. Von Ausschnitt bis Achselhöhle habe ich die kleine Größe gewählt. Und wie man sieht, dürfte der Schulterbereich ruhig noch etwas schmaler ausfallen. Dann bin ich im Brustbereich flott zum Maximum übergegangen, wobei der Abnäher noch vertieft und verlegt werden musste. Im Taillenbereich wird nach einigem Rumprobieren am "lebenden Modell" das Minimum jetzt weit unterschritten, während über die Hüfte wieder Maximalmaß erreicht wird. Damit fällt das Blusenshirt an der Stelle genau so, wie es sein sollte, ein kleines bisschen locker, enger dürfte es echt nicht sein. Wie man sich das an jemandem vorstellen kann, der tatsächlich die für L/XL in der Maßtabelle angegebenen 112cm Hüftumfang (bei denen ich noch lange nicht bin ;-) ) erreicht, frage ich mich ... Bei den Ärmeln ist es ähnlich. Oben fallen sie weit. Also kleine Größe. Nach unten hin laufen sie so schmal zu, dass ich zu Größe L/XL plus etwas eigener Nahtzugabe übergegangen bin, da ich es nicht mag, wenn Jersey sich sehr dehnen muss. Besonders bei gemusterten Stoffen wirkt das gar nicht schön. So, wie ich sie zugeschnitten habe, liegen die Ärmel dicht an meinem Arm an. Hm, hab ich vielleicht besonders dicke Unterarme? Dass ich keine zarte Elfe bin, ist mir klar, aber an dieser Stelle ist mir das in meiner bisherigen Nähkarriere noch nicht aufgefallen. :-)

Ich habe leider auch noch ein paar richtige Fehler im Buch gefunden. Schon beim V-Ausschnitt funktionierte die Schrittfolge nicht wie beschrieben und Anleitung und Fotos stimmten nicht überein. Und beim Mischmodell soll man erst den vorderen Beleg mit Abstand zum Ausschnitt feststeppen und dann die Schulternähte so schließen, dass die Naht zwischen Vorderteil und Beleg gefasst wird. Das ist in dieser Reihenfolge schlicht unmöglich. Gut, dass mir das aufgefallen war, bevor ich treudoof Schritt für Schritt die Anleitung befolgt habe. :-) Schade eigentlich, ein Anfänger verzweifelt so natürlich an dem Buch. Dabei bietet es durchaus auch ein paar nützliche grundlegende Infos zu Stoffen und Nähtechniken. Tja, am Ende geht eben doch nichts über das gute alte Burda-Nähbuch. ;-)

Zurück zu mir und meinem Frauenoberteil. Zunächst fand ich es etwas gewöhnungsbedürftig, weil es eben mal was anderes ist, als was ich sonst so trage. Inzwischen liebe ich es. Es ist bequem und schön luftig und fällt sehr schön weich. Das heißt, dass es in Bewegung noch besser aussieht als starr aufs Foto gebannt. Mein zweifelnder Blick ist also nicht dem Blusenshirt geschuldet, sondern der Tatsache, dass mein Sohn mich mittels Stativ und Kabelauslöser fotografiert, ohne sehen zu können, was er vor der Linse hat, und ich mich frage, ob dabei wohl ein brauchbares Bild rauskommen wird. Ob das jetzt eins ist oder nicht, mag jeder selbst beurteilen. :-D

Viel Text zu einem einfachen Stück. Ging mir halt dazu durch den Kopf, und ich selber schätze solche Informationen zu Schnittmustern und Büchern, die mich interessieren. Man lese das Ganze, oder eben nicht. :-)

Ich werde jetzt schnell noch beim MMM vorbeischauen und sehen, was ich heute für Anregungen bei den anderen selbsteingekleideten Damen finden kann.

Montag, 15. Mai 2017

Bitte Meer!

Die Sonne wärmt endlich wieder und weckt die Urlaubssehnsucht auf. Strand, Meer, Muscheln und Steine sammeln ... Leider können wir uns in diesem Jahr auf all das mal nicht vorfreuen. Unser Küchenprojekt, im letzten Post schon erwähnt, verhindert das. Zeitliche und finanzielle Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Also machen wir das Beste draus, freuen uns auf die neue Küche und stillen den Hunger nach Meer mit den maritimen Kleidungsstücken, denen noch ein Hauch vom letzten Urlaub anhaftet.


Emilia hatte Anfang Juni schon dieses Sommerkleidchen bekommen. Genäht frei nach Ottobre 3/2013. Dort gibts am Halsausschnitt noch einen Volant. Zum maritimen Jersey von Blaubeerstern passt so eine geknotete Minischluppe aber viel besser. Auf dem ersten Modelfoto gleich nach Fertigstellung, das leider etwas duster geraten war, reicht das gute Stück noch fast bis ans Knie, und hier, nur ein paar Wochen später im Juli ... Inzwischen ist es leider kein Kleid mehr und wird wohl zu 'nem anderen kleinen Mädchen umziehen.



Etwas war noch übrig von Streifen und Meer:


Noch gerade genug für ein Shirt fürs große Mädel. Ich habe wieder den selbst gebastelten Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln und hinten leicht verlängertem Saum genommen und das Vorderteil längs geteilt. Auch hübsch, finde ich. Leider fototechnisch etwas mangelhaft, weil es nur für einen schnellen Handyknips reichte, bevor wir vor dem Regen fliehen mussten, der da schon bedrohlich über die Kieler Bucht heranzieht.

Doch es folgten noch heiterere Tage und damit schönere Bilder von der neuesten Strandmode für die junge Dame:


Aus Ankerjersey und rot-weißen Streifen wurde ein Princess Castle (Ottobre 4/2013). Nur die Taschen habe ich weggelassen, weil ich keine beulenden und zerrenden Steinsammlungen in Jerseykleidern mag. Und zu denen wäre es in dieser Umgebung unweigerlich gekommen. :-)


Sieht man ja, gesammelt wird schon fleißig. Nur müssen so eben andere, weniger mühevoll entstandene Behältnisse dafür herhalten.


Den Wickelausschnitt hält noch ein rotes Ankerknöpfchen zusammen, weils da war und passt. Rundum schön mit hohem Lieblingsstückpotential. In diesem Kleid kann man auch ein bisschen Strandstimmung genießen, wenn es dieses Jahr "nur" mit Oma und Opa zum Stausee geht.

Mit Nachträgen müsste es das, zumindest was Kindersachen angeht, eigentlich gewesen sein. Auf dass bald aktuelle Sommermodelle folgen ...

Freitag, 12. Mai 2017

Blümchen im Mai

Zeit wirds, dass ich ein Lebenszeichen von mir gebe. Das soll heute, passend zum schönen Mai, mit ein paar schon nicht mehr ganz aktuellen Blümchenkleidern für meine Mädels geschehen. Ich nähe zwar immer wieder zwischendurch das eine oder andere, aber mit den Fotos ist das so eine Sache ...  Leichte Mützen und Schals, Spängchenhalter, Osternester, ein Kinderkleid zum Verschenken, sogar zwei Oberteile für mich sind entstanden. Aber nebenher wollte eben auch der Garten gehegt, Termine aller Art wahrgenommen und überhaupt der Alltag bewältigt werden. Außerdem sind in letzter Zeit Maler und Aufmaßnehmer (oder wie nennt man die sonst?) durch unsere Küche defiliert. Dafür musste selbige quasi bei laufendem Betrieb jeweils in verschieden intensive Zustände der Auf- und Ausgeräumtheit versetzt werden. Kein Spaß, aber am Ende der anstrengenden Planungsprozedur habe ich dann hoffentlich noch vor Ende des Sommers eine neue Küche. Oder überhaupt mal eine Küche, denn ob man unser wildes Sammelsurium von ererbten und ad hoc dazugekauften Küchenteilen so nennen kann, sei mal dahingestellt ... Tja, so siehts bei uns grad so aus.

Und jetzt zum Thema Nähwerke. Vorgestellt werden zwei Kleidchen, die schon Teil der letztjährigen Sommergarderobe waren.



Die große Dame, der das Posen sichtlich gefällt, trägt "Jungle Stripe" (Ottobre 3/2012). Ein ganz bequemes Raglankleid mit Gummizügen in Ausschnitt und Ärmeln. Als kleines Extra sind Vorder- und Rückenteil nicht nur "zusammengezurrt", sondern in hübsche Falten gelegt. Passt einfach, und zwar laaaange. :-) Was gut ist, weil bei uns gerade irgendwas in der Luft zu liegen scheint. Seit letztem Sommer schießen die Kinder ins Kraut, alle drei. Nicht dass sie jetzt groß wären, so weit gehts dann doch nicht. Aber größer, und zwar ordentlich. Da kann man schon mal locker eine Konfektionsgröße überspringen, wenns sein muss ...



Die jüngere Dame nimmt den Modeljob nicht so ernst, Hauptsache Spaß, scharfe Fotos sind da eher nebensächlich. :-) Macht nix, das Kleid ist zu erkennen. Hier habe ich aus 50cm selbstgewähltem Lieblingsstoff auf dringenden Wunsch des Fräuleins irgendwie ein Kleid zusammengebastelt. Als Grundlage diente "Princess Castle" (Ottobre 4/2013). Der Wickeleffekt fiel allerdings der Stoffknappheit zum Opfer. Als Blickpunkt dient ein Blümchen, das aus zwei Lagen Jersey mittels Vliesofix und Zickzackstich zusammengenäht und dann mit einem Knopf und ein paar lockeren Stichen auf dem Taillenband befestigt wurde. Was hier noch eindeutig als Kleid durchgeht, ist inzwischen straff auf dem Weg zur Tunika. Was ja nicht wirklich ein Problem ist, solange die Kinder sich vor allem in die Länge strecken.
Längenwachstum ist das eine, aber da gibt es auch noch andere Meilensteine auf dem Weg in die Welt der Großen. Seit gestern rühmt sich Kind 3 seines ersten Wackelzahns! Womit es die Geschwister deutlich übertrumpft, denn die waren viel ältere ABC-Schützen und haben trotzdem beide ihren Schuleintritt mit bombenfestem Milchgebiss gefeiert. Irgendwo findet die Kleine doch immer wieder ihre Lücke, in die sie schlüpfen kann, um anders zu sein. :-)



So isses, jedes ist anders, manchmal zoffen sie sich bis aufs Blut (nur metaphorisch natürlich!), aber dann sind sie doch wieder ein Herz und eine Seele. Wie man hier sieht - Schwesterherzen.

Dienstag, 7. März 2017

Three Knights in Shining Armour

Mit einer Woche Verspätung nach diversen Geburtstagsfeierlichkeiten, Last-Minute-Nähen, Schulanmeldung, Kinderkrankheiten etc. wird es höchste Zeit für die Faschingsnachlese.

Unsere Kinder waren sich dieses Jahr absolut einig in ihrer schon fast erwachsenen und auf alle Fälle coolen Kostümwahl. Einerseits schön, andererseits auch ein bisschen langweilig. Ich wollte so gern noch mal ein Prinzessinnenkleid nähen. Ich habe gebettelt, gefleht, geschmeichelt ... Nein, hab ich nicht. Nur einen klitzekleinen Überredungsversuch muss ich tatsächlich zugeben. Hatte aber sowieso keinen Zweck. Die Großen wollten Sternenritter sein, also musste es für die Kleine auch ein Sternenritterkostüm sein. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und so blieb mir nichts übrig, als selbst zu Schere, Nähmaschine und Zwirn zu greifen.


Ich wollte es mir ja gern möglichst einfach machen und nur den Teil nähen, der auch alltagstauglich ist. Männliche Sternenritter brauchen blaue Shirts, eine Hose und natürlich den Brustpanzer mit Logo. Ritterinnen tragen blaue Tuniken mit schrägem Saum, braune Leggins und ebenfalls die unvermeidliche Rüstung.
Hosen hat der Herr im Schrank. Leggins für die Damen wurden schnell gekauft, da Braun sonst nicht in unser Beuteschema gehört. Blieben Shirts und Brustpanzer. Erstere sind schnell genäht - das Raglanshirt und -kleid von Klimperklein sind schließlich wandelbar. Letztere ließen sich auch kaufen, jedenfalls fast. Einfache silberne Papprüstungen tun es prima, dachte ich. Nichts ist für die Ewigkeit, und Kinderkostüme schon gar nicht. Nur das Logo musste irgendwie noch drauf. Ein bisschen Ideenwälzen brachte mich schließlich auf blaue selbstklebende Hologrammfolie. Das Angebot des Bastelladens in der Stadt passte zum Glück zur Idee, so dass das realisierbar war. Jedenfalls für die größeren zwei der drei Orgelpfeifen.


Glücklicherweise hatte die Jüngste sich eine Winzigkeit später als die großen Vorbilder für das Kostüm entschieden, sodass erstmal nur zwei Papppanzer bestellt worden waren. "Passt unserm 4jährigen prima." hatte in den Bewertungen gestanden. Kleine Zitterpartie, ob auch ein 10jähriger noch reinpassen würde ... völlig unnötigerweise, wie schnell zu sehen war. Da muss es wohl 4jährige von gaaanz anderem Format geben ... Die Größeren können die Panzer mehr als bequem tragen. Das fünfjährige Minikind würde allerdings glatt durchrutschen. Da musste wohl oder übel doch die Nähmaschine ran. Besagtes Raglanshirt kann ja noch mehr, wenn es drauf ankommt. Ärmel verbreitert und Saum zur Achsel hin gerundet, Shirt gekürzt und abgerundet, Vorderteil und Ärmel gedoppelt und mit Volumenvlies gefüttert, Rückenteil bleibt ungefüttert. Das Ganze ist aus sehr dehnbarem Silberstoff (buttinette) und lässt sich so prima an- und ausziehen und bequem tragen, auch draußen über der Jacke, wenn es sein muss. Und es musste ... :-) Das Logo ist genau wie bei den Pappmodellen einfach aufgeklebt. Das hält wider Erwarten bombenfest und war die einzige Möglichkeit, da weder Aufbügeln noch Applizieren auf dem Foliendruck Optionen sind.

Langer Rede kurzer Sinn - 3 Sternenritter zogen am Faschingsdienstag zufrieden los in Schule und Kindergarten und kamen glücklich zurück, weil sie auch als solche erkannt und für cool befunden worden waren. Wobei Kind 3 etwas mehr zu erklären hatte. Schließlich lesen Kindergartenkinder noch nicht so viel. Aber auch da gibts das eine oder andere Mädel mit großen Brüdern. :-)


Auf Shirt und Tuniken habe ich noch einmal das Sternenritter-Logo appliziert. So steigt der Coolnessfaktor in den Augen der Kinder immens, man kann den Panzer auch mal ablegen, wenn er unbequem wird, und trotzdem sind die Teile alltagstauglich.
Mathildas Tunika ist ein Raglankleid (134), das ich zum Saum hin etwas verschmälert und natürlich abgeschrägt habe. Bei Emilias Tunika (110) habe ich den Shirtschnitt als Grundlage genommen und verlängert, da das Kleid in den kleineren Größen noch nicht figurangepasst geschnitten ist.


Bei Raphael tat es der Shirtschnitt unverändert. Allerdings stelle ich wieder mal fest, dass der junge Mann sehr lange Arme hat. Während es die Hosen in 134 grad noch tun, gibts beim Shirt schon in 140 keine Zuwachsreserve mehr. An das neue Lieblingsteil werde ich wohl früher oder später noch Ärmelbündchen anbauen müssen ...

So weit zu diesem Thema ... Als nächstes sollte dann Frühlingsgarderobe aktuell werden, hoffe ich doch.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Blumengrüße aus Bullerbü

Dieses Jahr stand schon im Januar der Fototermin in Kindergarten an - verständlicherweise. Denn diese Woche ist unsere letzte im lieben, vertrauten Kindergarten. Danach wird umgezogen und die alte, baufällige aber so schön gemütlich gewohnte Baracke abgerissen. Das stellt einen Einschnitt ins Kinderleben dar, der ein ganzes Thema für sich ist.

Jetzt geht's erstmal wieder um Klamotten. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass es zum Besuch des Fotografen ein neues Outfit gibt. Für mich ein Anlass, meinen Lieblingsschnitt aus meinem Weihnachtsgeschenk auszuprobieren: "Anna" aus dem Buch "Kinderkleider". Ich hatte es an eine zukünftig dreifache Mädchenmama verschenkt, weil es Mädchensachen pur bietet. Kleidchen ohne Ende und noch so ein paar andere Ideen zum Schmücken und Spielen, die kleine Fräuleins garantiert begeistern. Und dann blieb mir nichts übrig, als es mir selbst zu wünschen, weil ich dem typisch skandinavischen Bullerbü-Charme, den das Buch zweier finnischer Autorinnen verströmt, einfach nicht widerstehen konnte. Es ist sooo süß, einfach nur zum Anschauen. Danach nähen kann man natürlich auch. :-)

Und da kommen wir zu ein paar kleinen Haken. Was mir weniger gefällt, sind die fehlenden Angaben zur benötigten Stoffmenge für die Schnittmuster. Das ist laut Text bewusst so gehalten, um die Kreativität beim Kombinieren nicht einzuschränken. Funktioniert so bei mir nicht. Dass ich mangels jedes sinnvollen Anhaltspunkts zum Stoffverbrauch erst aufwändig rumprobieren muss, würde mich eher davon abhalten, noch mal schnell so ein Kleidchen zu nähen, als die Kombifreudigkeit anzuregen. Die kommt von selber beim Blick ins Stoffregal.
Aber das nehme ich in Kauf. Der Bullerbü-Faktor ...

Beim Nähen fiel mir dann ein weiteres Problem auf: Ärmelschnittteile ohne Passzeichen. Das geht eigentlich gar nicht, zumal die Schnittmuster auf Webware ausgelegt sind. Da kann man nicht so hier und da ein bisschen zurechtdehnen. Das muss passen und sitzen. Und das ist nun mal ohne Markierungen nicht leicht zu erreichen. Es geht schon irgendwie, aber schön ist anders. Überhaupt ist ein bisschen Erfahrung beim Nähen nach diesem Buch nötig. Zum Beispiel sind auch keine Schlitzmarkierungen für den Knopfverschluss vorhanden. Es wird zwar erklärt, wie der Schlitz gearbeitet wird. Wie groß man ihn macht, muss man selbst entscheiden. Da kann man sich leicht verschätzen und der Kopf ginge dann nicht durch. Insgesamt fehlt mir da doch so ein bisschen die Professionalität. Aber - siehe oben ...

Positiv fällt mir nach dem Nähen des einen Schnittmusters auf, dass die Ärmelansatznähte fein an der richtigen Stelle sitzen. Das ist bei Schnittmustern für so weite, lässige und aus Begeisterung für schöne Stoffe gebastelte Schnittmuster nicht selbstverständlich, muss aber sein, damit's richtig hübsch wird. So ist es ein weites, aber kein übergroßes Kleid. Genau das gefällt mir.

Fazit zum Buch: Durch übergroße Professionalität glänzt es nicht. Also lieber Erfahrung sammeln mit ein paar wirklich guten! ausführlichen E-Books von Profi-Erstellerinnen. Dann kann man nachvollziehen, was die näherfahrenen Bullerbü-Mamas mal eben aus dem Handgelenk schütteln und die durchaus süßen Kleidchen nacharbeiten.

So wie Emilias Fotografenkleid 2017:


"Anna" in 110/116. Blümchen und Pünktchen fanden sich im Stoffregal, haben wohl irgendwann vom Stoffmarkt hergefunden. Der zarte Blümchenlook passt gut zu genau diesem Fräulein. Bester Beweis: Es mag das Kleid, obwohl es rosa ist und Kind neuerdings erklärt, dass Rosa eigentlich nicht mehr ginge und Blau DIE Farbe wäre. Ich glaube, es wird groß ...
 

Blitzfotos am frühen Morgen zeigen natürlich nicht die ganze Schönheit. Reh, Brosche und Leggins sind eigentlich lila, und zwar nicht finsterlila, sondern schön gedämpft farbig. Mal sehen, ob der Fotograf das besser kann ...

Wir grüßen hiermit also dem Winter zum Trotz mit bunten Blümchen und wünschen uns bald den Frühling her - für noch mehr Bullerbü-Kleidchen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Vogelscheuche im Samtkleid


Da ist sie - Mathilda. Und dass sie im neuen Weihnachtsoutfit wie eine Vogelscheuche aussähe, ist natürlich keinesfalls meine Behauptung. Sie meinte selbst beim Posieren, dass sie jetzt eine Vogelscheuche darstellen würde. Guter Versuch, meine ich. Die Haltung stimmt schon mal. Aber wer so süß lächelt, bietet keinen wirklich erschreckenden Anblick. Deswegen kann man die kleine Vogelscheuche im Galaoutfit mit diesem Titel wohl auch nicht beleidigen. :-)


Das Weihnachtskleid 2016 ist ein "Silver Touch" (Ottobre 4/16), allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Der Schnitt gefiel uns sofort, war aber leider erst ab Größe 134 vorhanden. Aktuell ist Mathilda bei 128, und man kennt ja die lässige Weite vieler Ottobre-Sachen. Ich habe also einfach in der Mitte ein paar Zentimeter herausgenommen, so dass die Schulterbreite passt, und den Ausschnitt wieder zurechtgerückt. Etwas mehr Ärmelweite stört nicht, wenn sowieso ein Shirt untergezogen wird. Weil wir ein richtiges Kleid statt einer Tunika wollten, habe ich den Rock noch etwas verlängert. Bei der Suche nach dem passenden Stoff für ein feines Festtagskleid fiel mir im dunkelblauen Stadtkaufhaus ein großzügiger Rest warmgrauer Samt in die Hände. Das ist so ein Glücksgriff auf den zweiten Blick. Fällt erstmal nicht auf, wenn man in der Restekiste stöbert, aber wenn man dann kapiert, was man da in der Hand hält - yeehaa! Elastischer Baumwollsamt - angenehm zu tragen, streichelweich, vielseitig kombinierbar und schick. Gibt ein super weihnachtsfeines Kleid für 6 Euro! Auf dem schlichten Stoff darf's dann gern noch ein bisschen glitzern. Aufgebügelte Sternchen gehen nicht nur zur Weihnachtszeit.
Elastische Webware verhält sich anders als Jersey, deswegen fiel die im Schnitt vorgesehene Bandversäuberung für Ausschnitt und Ärmel natürlich aus. Es wurde also mit Beleg verstürzt bzw. ein Saum genäht.
Die sportlich wirkenden untergelegten Originaltaschen passten auch nicht so recht zum Gesamteindruck. Weil Taschen trotzdem ganz praktisch sind zu Schnupfenzeiten, wurden sie in Nahttaschen umgewandelt.


Drunter trägt die junge Dame ein schon mehrfach bewährtes "Roundabout" Shirt (Ottobre 1/12). Den Stoff hat sie selbst ausgesucht - trotz Riesenauswahl ein schlichtes, leicht meliertes Türkis. Meine Tochter ... :-)

Vogelscheuche? Doch wohl eher nicht.