Mittwoch, 16. August 2017

Lebenszeichen



Da bin ich mal wieder ... Husch, da war er fast schon vorbei, der Sommer, flüchtig wie die schnell verwehte Schönheit der Mohnblumen im Garten. Die letzten Schulwochen im Frühsommer und auch die Ferien sind wie nix an uns vorbeigerauscht. Lag wohl daran, dass wir mehr als ausreichend beschäftigt waren.

Dieses Jahr haben wir einen frischgebackenen Gymnasiasten und eine stolze Schulanfängerin zu feiern. Das hieß für die letzten Wochen vor den Ferien, unzählige letzte Male zu begehen, Abschiede zu feiern, Abschlussfahrten mitzuorganisieren, Abschiedsgeschenke bereitzustellen, Informations- und Kennenlernveranstaltungen zu absolvieren ... fast schon ein Vollzeitjob. ;-) Nebenher noch der jährliche Standard - Kindergeburtstag mit allem, was dazu gehört. Also eine Feier mit der Verwandtschaft, eine im Kindergarten, ein "richtiger" Kindergeburtstag mit einer wilden kleinen Horde im Garten, wie's eben so ist.

Dann kamen die Ferien und damit unser Großprojekt des Jahres - die neue Küche. Langersehnt, aber eben auch ein Riesenhaufen Arbeit und Chaos. Ein Umzug ist kaum anstrengender, als wenn man in einer benutzten Wohnung einen wirklich wichtigen Raum aufgeben und alles darin befindliche auf den Rest verteilen muss, Sperrmüll loswerden, brauchbares Überflüssiges an Leute verteilen, die es noch gebrauchen können, ... Es hängt viel dran, aber das kennt wohl jeder in der einen oder anderen Form.
Dazu kam bei uns allerdings als erschwerendes Extra noch mitten in den Räumbetrieb ein ungeplanter Kurzaufenthalt im Krankenhaus, knapp vor der Auslagerung der Kinder zu den Großeltern. Tja, wenn der Nachwuchs mit mehr Fantasie als Kraft gesegnet ist und unbedingt zu dritt Feuerwehr mit Sprungtuch spielen muss ... Man kann sich in etwa vorstellen, was dann passieren kann. Und zur allgemeinen Beruhigung - nein, es war kein tiefer Sprung. Und es ist auch nichts wirklich Schlimmes passiert. Aber zu einer Gehirnerschütterung mit entsprechender Überwachung hat es eben doch gereicht.

Genäht wurde trotz allem verhältnismäßig viel in der turbulenten Zeit - Geburtstagskleid, 5 Abschiedsgeschenke, eine Urlaubstasche für die Freundin, zwei Zuckertüten, ein Schuleintrittskleid inklusive Petticoat. Das heißt, es gibt ein bisschen was zu zeigen für zukünftige Blogeinträge, die hoffentlich bald erscheinen. Auch wenn demnächst schon wieder ein Kindergeburtstag, dazu mehrere Elternabende, die feierliche Abholung einer nagelneuen neongelben Zahnspange etc. anstehen und wir uns immer noch alle in die neue Schulsituation inklusive früher Aufstehzeit eingewöhnen müssen ...
Wird schon, da sind wir doch optimistisch. :-)

Dann also bis bald!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Wildes Mädchen an wildem Mädchen

Heute ist zwar Mittwoch, und ich werde sicher auch zwecks Inspiration mal beim MMM vorbeischauen. Zu zeigen habe ich gerade nichts Spannendes. Ich trage mein "Frauenoberteil", und das war ja erst kürzlich hier zu sehen.

Dafür gibts neue Kleider am Kind. Die Sommergarderobe muss dringend aufgefüllt werden. Genau der richtige Antrieb, um weiteren "Urlaubsstoff" zu vernähen. Neben Stoff und Stil in Lübeck gehörte natürlich auch das süße nellirabelli-Lädchen in Oldenburg/Holstein wieder zum Pflichtprogramm. Und ebenso natürlich lassen meine Mädels es sich nicht nehmen, dort etwas für sich auszusuchen, was Mama dann pflichtgemäß in die gewünschten Kleidungsstücke zu verwandeln hat. :-)

Das große Mädchen wählte einen sehr süßen Lillestoff mit interessantem Musterrapport - auf der Stoffbreite findet man einmal das Motiv in groß, z. B. für eine Shirtfront, der Rest ist mit einem kleineren Muster bedruckt. Das heißt, bei der Wahl der Stoffmenge ist man ziemlich eingeschränkt, da man ja nicht ins nächste große Motiv schneiden will. Wir kamen auf eine Menge irgendwo zwischen 60 und 70cm.

Als ich den Stoff sah, schwebte mir sofort eine Ballontunika vor, womit die junge Dame auch gleich einverstanden war. Ebenfalls klar war, dass es ein Raglanschnitt werden müsste, um aus der vorhandenen Länge möglichst viel rauszuholen. Wozu greift man da? Zum Raglankleid von klimperklein, wozu sonst? Die Ballonform lässt sich ja leicht improvisieren.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Da ist die Ballontunika (in 134) aus den Lillestoff Manga Girls am lebenden Modell. Ein äußerst lebendiges Modell dieses Mal. Frisur und Trampolin waren Mathildas eigene Idee, und ne ziemlich gute dazu. Wenn sie eines Tages anfängt, zu nähen, bloggen und fotografieren, steckt sie mich ruckzuck in die Tasche. :-)


Ein süß-freches Motiv auf schlichtem Grau mit kleinen Farbakzenten in Türkis und Senfgelb. Passt perfekt zu meinem süß-frechen Mädel. :-)
Um noch etwas mehr Farbe ins Spiel zu bringen, habe ich das Türkis mit dem Ärmelstoff und den Bündchen noch einmal aufgenommen (gefunden im hiesigen Nähstübchen).


Weils so schön ist, gibts heute ein paar mehr Bilder. Die fliegenden Haare sind einfach zu lustig!


Schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen ...


I believe I can fly ...


 Jump, jump, jump ...


Und einmal rundherum für eine Ansicht des Rückenmotivs. Da sind die Manga Girls noch einmal kleiner. Niedlich, und definitiv zu schade, um sie für kleinere Schnittteile wie kurze Ärmel zu zerschneiden. Deswegen hatten wir am Ende noch ein Stück übrig, aus dem die Front für ein weiteres Shirt wurde. Das gibts dann demnächst mal zu sehen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Frisch erblüht - Probenähen und Verlosung

Heute habe ich die besondere Freude, euch das perfekte eBook zum Rosenmonat Juni vorzustellen - eine Rose zum Selbernähen!


Ich durfte für Prachtkinder ihren Blütengürtel Leilani probenähen. "Leilani" ist hawaiianisch und heißt "himmlische Blüte". Das passt auch sehr schön zur heimischen Rosenblüte. Ich finds immer wieder himmlisch, wenn sich überall die Knospen öffnen und alles blüht und duftet. Mit Leilani erblühen nun auch Kleider, Hüte, Köpfe, Taschen, ja sogar Kühlschränke ...

All die kreativen Verwendungen, die die Probenäherinnen für die Rose gefunden haben, kann man heute auf dem Prachtkinder-Blog bewundern. Es gibt kaum ein Fleckchen, das man nicht noch mit einer Blüte aufhübschen könnte. Das Schnittmuster enthält drei verschiedene Größen, so dass sich das passende Blümchen findet, ob es nun ein dezenter Akzent oder ein dramatisch blumiger Auftritt werden soll. Mit dabei ist natürlich die Anleitung für den Gürtel und ein Haarband nebst weiteren Anregungen für rosige Dekorationen.

Ich habe zunächst mal meine beiden Mädels mit Leilani dekoriert. Deswegen habe ich mich für die kleine Schnittvariante entschieden, die zu eher kleinen Damen dann doch am besten passt. Ein Gürtel und zwei Haarbänder blühen bei uns bisher, und es gibt schon weitere Bestellungen. Schaut es euch am besten selber an:


Den dezenten Druck durchs Probenähen habe ich genutzt, um etwas "Urlaubsstoff" endlich zu vernähen. So gabs zum Gürtel gleich das passende Kleid dazu. Ich bin wieder einmal bei der "Hannah" von Farbenmix gelandet, die Tunika einfach auf Kleiderlänge gebracht. Die ist immer wieder schön, so vielseitig, passt ewig - perfekt für ein Lieblingsteil. Eigentlich nähe ich für Mathilda jetzt "schon" in 134. Allerdings nicht bei Hannah. Die fällt so weit aus, dass auch 110/116 noch locker passen würde. Genäht habe ich für ausreichend Zuwachsreserve die 122/128. Der romantische Gürtel hält die reichliche Weite ja hübsch im Zaum.
 

Je nachdem, wo man ihn trägt, ergeben sich ganz unterschiedliche Looks. Für die Fotos haben wir das Outfit mit Unterbrustgürtel nostalgisch auf Empire-Linie gebracht.


 Mein kleines "Model" hatte wieder viel Spaß an seinem Job, wie man sieht. :-)


Hier trägt Mathilda den Gürtel in der Taille, was auch der Nachbarkater recht interessant zu finden scheint. :-) So brav und ladylike kommt das Outfit im Alltag allerdings selten daher. Meistens hängt der Gürtel im Eifer des Gefechts dann lässig auf der Hüfte und das Oberteil fällt locker. Macht gar nichts, dann haben wir eben mit nur einem Kleid und Gürtel noch eine dritte Stylingmöglichkeit - leger und modern sieht das Ganze nämlich ebenfalls gut aus. Ob das jetzt am Gürtel liegt oder am gut gelungenen Kind ... ;-)

Die Stoffe stammen von Stoff und Stil in Lübeck. (Ich bin ja sehr dafür, dass die in Dresden eine Filiale eröffnen. Urlaub ist schließlich nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, und bestellen ist nun mal nicht das selbe. :-) ) Mein Kind hat sie selbst ausgesucht und damit wieder guten Geschmack bewiesen, finde ich. Aber ich bin, was die Beurteilung dieses Sachverhalts angeht, wohl befangen. :-)

Neben dem Komplettoutfit entstanden noch Haarbänder für die Damen. Dafür bieten sich lange schmale Stücke aus der Restekiste an, die für Kleidung nicht mehr reichen würden. Man kann, wie man sieht, für die beiden Seiten der Blütengrundform auch unterschiedliche Stoffe wählen und erhält dadurch einen interessanten zweifarbigen Effekt:




Ein traumhaftes Teil für junge Damen. Aus dem Kindergarten gab es direkt weitere Bestellungen von der Freundin. :-) Ich habe die Haarbänder auch schon waschen müssen, was die Blüte problemlos überstanden hat. Die Kindertauglichkeit ist also bewiesen und die Handarbeit nicht umsonst. Dass man für die Leilani zu Nadel und Faden greifen muss, ist generell nicht von Nachteil. Hat man sich die Grundform, oder am besten mehrere, schnell mit der Nähmaschine zusammengetackert, kann man mit der Feinarbeit gut einen Nachmittag in der Musikschule zubringen, während man auf flötende und tanzende Kinder wartet.

Fazit: Es war ein tolles Probenähen und ich kann das eBook absolut ehrlichen Herzens empfehlen. Große und kleine Damen mit einem Faible für Rosenromantik werden damit auf alle Fälle glücklich. Kompliziert ist das Ganze nicht, also sind Erfolgserlebnisse vorprogrammiert.

Wer jetzt Lust bekommen hat, dem Rosenmonat auch handarbeitstechnisch zu huldigen, kann das eBook im Prachtkinder-Lädchen (momentan sogar zum reduzierten Einführungspreis) erwerben ...

... oder erstmal hier bei Himmelblau und Sommerbunt sein Glück versuchen. Ich darf ein eBook verlosen und tue das natürlich mit Vergnügen! Wer bis zum Dienstag, dem 6. Juni um Mitternacht hier kommentiert, was er gern mit Leilani erblühen lassen würde, landet im Lostopf. Viel Glück!

Mittwoch, 31. Mai 2017

MMM: Marly die Xte

Heute zum etwas trüben Mittwoch gibt es sonnige Bilder vom Sonntag. Denn da habe ich eine meiner Marlys getragen, die es noch nicht in die Dokumentation geschafft hat. Und ein Fotograf war auch zur Hand. Ich probiere jetzt 'nen neuen Trick aus bei der Knipserei (jedenfalls, wenn das Wetter es zulässt): Einfach laufen und dabei viele Bilder schießen lassen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass etwas dabei ist, wo ich möglichst wenig blöd gucke, mich nicht allzu komisch bewege und das Kleidungsstück einigermaßen vorteilhaft aussieht. :-) So gehts doch:


I'm walking ...


Die Marly diente wieder nur als Grundschnitt und wurde nach Bedarf abgewandelt. Den wunderschönen, blau-weiß gemusterten Lillestoff, der mich irgendwie an altes Porzellan erinnert, wollte ich durch einfarbige Details etwas "beruhigen". Also habe ich aus dem passendsten Jersey, den ich finden konnte, Ausschnitt- und Ärmelbündchen und ein Unterbrustband zugeschnitten. Dem Rockteil habe ich eine A-Linie verpasst und die Abnäher nicht genäht, sondern nur als Falten gelegt. Das Ergebnis ist ein hübsches, aber auch sehr bequemes Sommerkleid, das gern ausgeführt wird. Liegt neben dem Look auch am Stoff, der ganz herrlich weich ist und trotzdem kaum ausbeult. Gekauft hatte ich ihn schon im vorletzten Urlaub bei nellirabelli in Oldenburg/Holstein, und zwar den Rest vom Ballen. Vor dem letzten Urlaub wollte ich mir dann genau dieses Kleid draus nähen, um es noch mitzunehmen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Blümchen beim besten Willen, egal, wie man alles dreht, nicht für die Ärmel reichen würden. Ärmellos wäre eine Option gewesen. Aber wie es so ist, wenn man sich einmal was in den Kopf gesetzt hat ... Ich habs erstmal frustriert zur Seite gelegt. Dann kam der Urlaub und damit der obligatorische Besuch im Stofflädchen - und dort wartete tatsächlich noch ein 50cm-Röllchen von genau dem Jersey auf mich. Perfekt, Kleid gerettet. Und hier isses nun.

Ich schicke es jetzt zum MMM und bin schon gespannt, in welchen selbst gezauberten Sachen die anderen Nähdamen den alltäglichen Mittwoch feiern. :-)

Mittwoch, 24. Mai 2017

MMM: V-Tunika

Mittwoch! Also muss ein Post mit Selbstgenähtem für mich her. Die schon erwähnte V-Tunika zu zeigen steht ja sowieso noch aus. Und ich hab doch tatsächlich schon gestern dran gedacht, dass auf Dienstag Mittwoch folgt und mich am Abend vorsorglich ablichten lassen. Fotografin war Kind 2. Sie macht das gar nicht schlecht und hat auch Lust dazu. Ich glaube, ich muss ihr mal ein bisschen "Unterricht" in Sachen Kamerabenutzung geben, dann könnte das richtig gut werden. Einstweilen arbeitet Freund GIMP am Ende noch etwas mit, um die Fotos weitestmöglich zu perfektionieren. :-)


Und hier ist nun das gute Stück, ganz authentisch nach einem langen Tag zu Hause, auf dem Rad und im Garten. Unspektakulär schlicht und bequem macht es alles mit und passt mit den Dreiviertelärmeln für warme und auch kühlere Tage.
Grundlage war der V-Shirt-Schnitt aus dem schon vorgestellten Buch "Nähen macht glücklich" mit ähnlichem Größenpatchwork wie beim Frauenoberteil. Das Rockteil habe ich mit meiner geliebten "Marly" als Vergleichsmuster dranimprovisiert. Passt genau, auch wenn es auf dem Foto ein bisschen komisch auf der Hüfte hängt. Man kennt das ja, irgendwas ist immer nicht richtig zurechtgezupft, was man natürlich erst bemerkt, wenn man die Fotos in Ruhe auf dem Computer betrachtet und es draußen inzwischen dunkel ist. Egal, Authentizität zählt. ;-)

Der Jersey mit den stilisierten Blüten stammt von Buttinette. Er ist fein glatt und eher dünn. An der Qualität gibts nichts zu meckern. Die Tunika wurde jetzt schon mehrfach gewaschen und Form und Farbe bleiben, wie sie sein sollen. Um bei dem glatten Schnitt einen gewissen "Nachthemdlook" zu vermeiden, habe ich eine einfache kleine Applikation auf den Rock genäht. Mehr brauchts nicht für ein praktisch schönes Alltagsstück. Davon will ich mehr - in Variationen natürlich, sonst wirds ja langweilig. :-)

Das Ganze geht jetzt schnell zum MMM und ich freue mich schon auf die anderen Damen in selbstgemachten Lieblingsstücken.

Mittwoch, 17. Mai 2017

MMM: Das Frauenoberteil

Ja, wirklich, anders kann man das eigentlich nicht nennen. Mein neuestes selbstgenähtes Stück ist weder Bluse noch Shirt, oder eigentlich beides. Also der Einfachheit halber eben ein Oberteil. Und ich bin offensichtlich eine Frau, aber das ist nicht der einzige Grund für den Namen. Es sind nämlich auch Frauen drauf, ziemlich viele sogar. Man muss halt ein bisschen genauer hinschauen:


Gerade das hat mir an dem Stoff (Viskosewebware) gefallen, dieses irgendwie künstlerisch-weibliche Motiv für den zweiten Blick. Und mein Farbspektrum trifft er auch. Deswegen bin ich auf dem letzten Stoffmarkt extra noch einmal zur ersten Reihe zurückgegangen, um ihn dann doch mitzunehmen. Zumal er perfekt mit dem feinen, glatten unifarbenen Jerseyrest harmonieren würde, den ich noch zu Hause hatte und den ich schon für einen Testlauf mit diesem Modell verplant hatte.

Zum Geburtstag hatte ich vom besten Ehemann ein Nähbuch (damit kann man nix falsch machen :-) ) bekommen - Nähen macht glücklich. Autorin ist die Inhaberin der Marke "Blutsgeschwister". Diese war mir bis dato nur von einem Lederwarengeschäft her ein Begriff, wo mir die hübschen, ziemlich bunten Taschen ins Auge gefallen waren. Wenn man so ein Buch schon mal hat, muss man natürlich auch danach nähen. Zuerst wurde ein Shirt mit V-Ausschnitt probiert, das ich allerdings zur Tunika umgebastelt und noch nicht fotografiert habe.
Und dann war da dieses Teil, im Buch ganz passend als "Mischwesen" betitelt. Das Vorderteil sollte aus fließend fallender Webware zugeschnitten werden, der Rest aus Jersey. Irgendwie gefiel mir die Idee, wenn auch gleich klar war, dass ich den absolut taillenlosen Schnitt für mich würde ändern müssen, um mich einigermaßen vorteilhaft in Szene zu setzen. Und noch einige weitere Änderungen waren nötig. Das Buch enthält ein paar nette Basic-Schnittmuster. Die Modelle sind da in einem Stil umgesetzt, den ich irgendwie mit individualistisch-coolen Berlinerinnen verbinde. :-) Ein bisschen retro, ein bisschen romantisch, ein bisschen bunt und irgendwie ganz eigen. Für einige Stücke werden im Buch Vorhänge und ähnliches recycelt. Eine gute Idee und hübsch anzusehen, vom Stil her nur nicht ganz meins. Was aber nicht problematisch ist, wenn es sich um einfache Schnitte handelt. Aus denen kann man viel machen.

Dann ist da noch die Passform, die schon eher zum Problem wird, wenn sie eben nicht passt. Die Schnittmuster werden in zwei Größen geboten: S/M und L/XL. Ich bewege mich mit meinen Maßen munter im gesamten da vorkommenden Spektrum, wenn ich am Schnitt messe. Die Kleidungsstücke passen ohne Änderung wohl am besten sehr breitschultrigen und schmalhüftigen Damen mit extrem dünnen Unterarmen. Da ich die klassische Sanduhrfigur habe, haut das so nicht hin. Von Ausschnitt bis Achselhöhle habe ich die kleine Größe gewählt. Und wie man sieht, dürfte der Schulterbereich ruhig noch etwas schmaler ausfallen. Dann bin ich im Brustbereich flott zum Maximum übergegangen, wobei der Abnäher noch vertieft und verlegt werden musste. Im Taillenbereich wird nach einigem Rumprobieren am "lebenden Modell" das Minimum jetzt weit unterschritten, während über die Hüfte wieder Maximalmaß erreicht wird. Damit fällt das Blusenshirt an der Stelle genau so, wie es sein sollte, ein kleines bisschen locker, enger dürfte es echt nicht sein. Wie man sich das an jemandem vorstellen kann, der tatsächlich die für L/XL in der Maßtabelle angegebenen 112cm Hüftumfang (bei denen ich noch lange nicht bin ;-) ) erreicht, frage ich mich ... Bei den Ärmeln ist es ähnlich. Oben fallen sie weit. Also kleine Größe. Nach unten hin laufen sie so schmal zu, dass ich zu Größe L/XL plus etwas eigener Nahtzugabe übergegangen bin, da ich es nicht mag, wenn Jersey sich sehr dehnen muss. Besonders bei gemusterten Stoffen wirkt das gar nicht schön. So, wie ich sie zugeschnitten habe, liegen die Ärmel dicht an meinem Arm an. Hm, hab ich vielleicht besonders dicke Unterarme? Dass ich keine zarte Elfe bin, ist mir klar, aber an dieser Stelle ist mir das in meiner bisherigen Nähkarriere noch nicht aufgefallen. :-)

Ich habe leider auch noch ein paar richtige Fehler im Buch gefunden. Schon beim V-Ausschnitt funktionierte die Schrittfolge nicht wie beschrieben und Anleitung und Fotos stimmten nicht überein. Und beim Mischmodell soll man erst den vorderen Beleg mit Abstand zum Ausschnitt feststeppen und dann die Schulternähte so schließen, dass die Naht zwischen Vorderteil und Beleg gefasst wird. Das ist in dieser Reihenfolge schlicht unmöglich. Gut, dass mir das aufgefallen war, bevor ich treudoof Schritt für Schritt die Anleitung befolgt habe. :-) Schade eigentlich, ein Anfänger verzweifelt so natürlich an dem Buch. Dabei bietet es durchaus auch ein paar nützliche grundlegende Infos zu Stoffen und Nähtechniken. Tja, am Ende geht eben doch nichts über das gute alte Burda-Nähbuch. ;-)

Zurück zu mir und meinem Frauenoberteil. Zunächst fand ich es etwas gewöhnungsbedürftig, weil es eben mal was anderes ist, als was ich sonst so trage. Inzwischen liebe ich es. Es ist bequem und schön luftig und fällt sehr schön weich. Das heißt, dass es in Bewegung noch besser aussieht als starr aufs Foto gebannt. Mein zweifelnder Blick ist also nicht dem Blusenshirt geschuldet, sondern der Tatsache, dass mein Sohn mich mittels Stativ und Kabelauslöser fotografiert, ohne sehen zu können, was er vor der Linse hat, und ich mich frage, ob dabei wohl ein brauchbares Bild rauskommen wird. Ob das jetzt eins ist oder nicht, mag jeder selbst beurteilen. :-D

Viel Text zu einem einfachen Stück. Ging mir halt dazu durch den Kopf, und ich selber schätze solche Informationen zu Schnittmustern und Büchern, die mich interessieren. Man lese das Ganze, oder eben nicht. :-)

Ich werde jetzt schnell noch beim MMM vorbeischauen und sehen, was ich heute für Anregungen bei den anderen selbsteingekleideten Damen finden kann.

Montag, 15. Mai 2017

Bitte Meer!

Die Sonne wärmt endlich wieder und weckt die Urlaubssehnsucht auf. Strand, Meer, Muscheln und Steine sammeln ... Leider können wir uns in diesem Jahr auf all das mal nicht vorfreuen. Unser Küchenprojekt, im letzten Post schon erwähnt, verhindert das. Zeitliche und finanzielle Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Also machen wir das Beste draus, freuen uns auf die neue Küche und stillen den Hunger nach Meer mit den maritimen Kleidungsstücken, denen noch ein Hauch vom letzten Urlaub anhaftet.


Emilia hatte Anfang Juni schon dieses Sommerkleidchen bekommen. Genäht frei nach Ottobre 3/2013. Dort gibts am Halsausschnitt noch einen Volant. Zum maritimen Jersey von Blaubeerstern passt so eine geknotete Minischluppe aber viel besser. Auf dem ersten Modelfoto gleich nach Fertigstellung, das leider etwas duster geraten war, reicht das gute Stück noch fast bis ans Knie, und hier, nur ein paar Wochen später im Juli ... Inzwischen ist es leider kein Kleid mehr und wird wohl zu 'nem anderen kleinen Mädchen umziehen.



Etwas war noch übrig von Streifen und Meer:


Noch gerade genug für ein Shirt fürs große Mädel. Ich habe wieder den selbst gebastelten Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln und hinten leicht verlängertem Saum genommen und das Vorderteil längs geteilt. Auch hübsch, finde ich. Leider fototechnisch etwas mangelhaft, weil es nur für einen schnellen Handyknips reichte, bevor wir vor dem Regen fliehen mussten, der da schon bedrohlich über die Kieler Bucht heranzieht.

Doch es folgten noch heiterere Tage und damit schönere Bilder von der neuesten Strandmode für die junge Dame:


Aus Ankerjersey und rot-weißen Streifen wurde ein Princess Castle (Ottobre 4/2013). Nur die Taschen habe ich weggelassen, weil ich keine beulenden und zerrenden Steinsammlungen in Jerseykleidern mag. Und zu denen wäre es in dieser Umgebung unweigerlich gekommen. :-)


Sieht man ja, gesammelt wird schon fleißig. Nur müssen so eben andere, weniger mühevoll entstandene Behältnisse dafür herhalten.


Den Wickelausschnitt hält noch ein rotes Ankerknöpfchen zusammen, weils da war und passt. Rundum schön mit hohem Lieblingsstückpotential. In diesem Kleid kann man auch ein bisschen Strandstimmung genießen, wenn es dieses Jahr "nur" mit Oma und Opa zum Stausee geht.

Mit Nachträgen müsste es das, zumindest was Kindersachen angeht, eigentlich gewesen sein. Auf dass bald aktuelle Sommermodelle folgen ...